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Facebook Privatsphäre‑Einstellungen: Datenschutz‑Tipps

Im Februar 2020 feiert Facebook sein 16-jähriges Bestehen. Wir nehmen das zum Anlass, um einen Blick auf die Privatsphäre-Einstellungen zu werfen und daraus Datenschutz-Tipps abzuleiten.

Im Februar 2020 feiert Facebook sein 16-jähriges Bestehen. Wir nehmen das zum Anlass, um einen Blick auf die Privatsphäre-Einstellungen zu werfen und daraus Datenschutz-Tipps abzuleiten.

Facebook gibt es nunmehr 16 Jahre. Manch einen begleitet das soziale Netzwerk bereits seit den Teenager-Jahren. Andere Netzwerke büßten in solchem Zeitraum erheblich an Popularität ein, wie beispielsweise StudiVZ oder Myspace.

Ehrlicherweise war Facebooks Aufstieg nicht immer glorreich. Der Konzern wird kontrovers diskutiert. Im Mittelpunkt stehen dabei Datenschutzbedenken und wie man mit den Daten der User umgeht. Häufig fragt man sich, wie genau Facebook eigentlich die Daten der Nutzer schützt. Verordnungen, wie die EU-DSGVO, können meist nicht viel bewirken. Die User müssen die Verantwortung für den Schutz ihrer Daten deswegen teilweise selbst in die Hand nehmen.

Der Facebook-Geburtstag ist uns Anlass genug, um einen Blick auf die Privatsphäre-Einstellungen zu werfen und daraus Datenschutz-Tipps abzuleiten. Das soziale Netzwerk stellt selbst ein Tool zur Verfügung: Privacy Checkup. Hier werden grundlegende Schritte erläutert, um die Privatsphäre-Einstellungen im Blick zu behalten. Im Folgenden erläutern wir weitere Schritte, die zur Verbesserung des eigenen Datenschutzes beitragen.

Facebook-Profil verriegeln

Es ist großartig, eine Vorstellung davon zu haben, welche Informationen andere vom eigenen Profil einsehen können. Das umfasst sowohl persönliche Daten als auch die Beiträge, die man mit der Welt teilt. Das Gute, man kann einzelne Optionen nach seinen Bedürfnissen auswählen. Genau genommen, kann man auswählen, mit wem man Informationen wie Geburtsdatum, Ausbildung oder Beziehungsstatus teilt.

Wer sichergehen möchte, wie fremde Besucher das eigene Profil sehen, kann auf seiner Profilseite die entsprechende Ansicht auswählen („Anzeigen aus Sicht von“).

Überprüfen der Beitragseinstellungen

Nach dem man die Informationsfreigaben des Profils angepasst hat, sollte man die Beitragseinstellungen überprüfen. Man kann nie wissen, welche Beiträge aus den vergangen zehn Jahren einen heute in Verlegenheit bringen. Facebook bietet hier die Möglichkeit, Posts aus der Vergangenheit zu verbergen, oder man scrollt manuell durch die Beiträge der Vergangenheit.

Eine kleine Warnung vorweg: Wer sich dazu entscheidet, vergangene Beiträge für andere auszublenden, kann das nur für jeden einzelnen Post rückgängig machen. Zukünftige Beiträge können auch eingeschränkt werden. Zur Auswahl stehen vordefinierte Gruppen (Öffentlich, Freunde, Freunde außer, …), die veröffentlichte Posts sehen dürfen, oder eben nicht. Jeder kann auch seine eigene Liste anfertigen.

Sehr hilfreich ist außerdem, einmal darüber nachzudenken, welche Inhalte man teilt. Es muss nicht jedes kleines Detail aus dem Leben sein, denn daraus lässt sich ein umfassendes Bild erstellen. Das kann zu einem späteren Zeitpunkt vielleicht mal gegen einen verwendet werden.

 

Facebook Privatsphäre-Einstellungen und Tools

Screenshot: Facebook Privatsphäre-Einstellungen und Tools

 

Facebook-Freundesliste

Wer hat sich nicht schon einmal seine Freundesliste angesehen und festgestellt, dass diese eigentlich absurd lang ist. Niemand sollte jetzt spontan zum Kahlschlag ausholen und alle „Freunde“ löschen. Dennoch sollte man darüber nachdenken, wen man davon eigentlich gut kennt.

Zwar klingt es aufwendig, allerdings lohnt sich das Ausdünnen der Freundesliste. Personen, die man niemals gesprochen hat, oder Menschen, mit denen man keine Verbindung mehr hat, können getrost aus der Liste entfernt werden. Bei dieser Aktion bekommt man außerdem ein Gefühl dafür, mit wie vielen Personen man sein „Leben“ teilt.

Facebook-Fotos

Ähnlich wie bei Beiträgen lässt sich ebenso die Privatsphäre von Fotos einstellen. Auch hier kann man entscheiden, wer sich die Bilder ansehen darf und wer nicht. Das gilt leider nur für die eigenen hochgeladenen Bilder. Das Entfernen und Bearbeiten der Datenschutzeinstellungen kann nur vom Uploader vorgenommen werden.

Facebook räumt zumindest die Möglichkeit ein, Markierungen von sich auf einem fremden Foto entfernen zu lassen. Damit löscht man zwar das Foto nicht, aber es besteht keine Verbindung mehr zum eigenen Profil. In den Einstellungen lässt sich auch die automatische Gesichtserkennung für Fotos ausschalten. Auf diese Weise erkennt Facebook jemanden nicht mehr automatisch in Fotos und Videos und schlägt das Profil zum Markieren vor.

Chronik & Markierungen

In den Privatsphäre-Einstellungen kann man entscheiden, wer die eigene Chronik sehen und in dieser posten, oder wer bereits geschriebene Beiträge teilen darf. Kurz gesagt, entscheiden die User hier, wer wie mit der eigenen Chronik interagieren kann. Das schließt Posts ein, auf denen man markiert wurde. Auch diese können wiederrum nur für eine bestimmte Zielgruppe angezeigt oder komplett verborgen werden.

Ein Feature sei jedem ans Herz gelegt. Es handelt sich um die „Überprüfung“-Einstellungen, wie unten im Screenshot zu sehen. Markierungen durch dritte müssen bei eingeschalteter Option erst freigegeben werden, d.h. man wird auf jeden Fall darüber informiert. Auch hierüber lässt sich recht gut steuern, wer etwas auf dem eigenen Profil sehen kann und wer nicht.

Chronik und Markierungseinstellungen

Screenshot: Facebook Chronik und Markierungseinstellungen

Apps und Websites

Facebook ist neben Google eine der ersten Option, um sich bei anderen Webseiten anzumelden. Oft verwendet man es auch für die Anmeldung zu Gewinnspielen, Quiz und Spielen. Diese Apps/Webseiten fordern manchmal eine lange Liste von Berechtigungen ein, die sich nicht einmal auf deren Funktionen beziehen müssen. Nicht immer ist es sicher, alle Berechtigungen zu erteilen – zumal einige Apps/Webseiten aus fragwürdiger Herkunft stammen.

Deshalb bemerken wir positiv, dass Facebook hier gegensteuert und einen Reiter in den Datenschutz-Einstellungen zur Verfügung stellt, in denen Apps- und Websites-Anmeldungen verwaltet werden. Dort sind alle Apps und Websites gelistet, bei denen man sich mit Hilfe von Facebook jemals einloggte. Dort wird in „Aktiv“, „Abgelaufen“ und „Entfernt“ unterteilt und man kann die Verbindung zwischen den Anwendungen / Seiten und Facebook manuell kappen.

eigene Facebook Informationen herunterladen

Screenshot: eigene Facebook Informationen herunterladen

Gesammelte persönliche Daten herunterladen

Manch einer mag sich fragen, welche Daten Facebook bereits in den zurückliegenden Jahren zusammentrug. Facebook stellt jedem User eine Kopie aller gesammelter Daten bereit. Man kann sich entweder einen vollständigen Bericht oder einen gefilterten herunterladen. Wer nicht Gigabyte an Daten herunterladen möchte, kann sich seine Facebook-Informationen aufgeschlüsselt nach Kategorien (Beiträge, Fotos & Videos, Kommentare, Freunde, Nachrichten, Gruppen, etc.) anschauen. Im Facebook Hilfebereich gibt es eine kleine Anleitung.

Alles erledigt?

Nach 16 Jahren kann man sicherlich sagen, dass Facebook ein etabliertes soziales Netzwerk ist und für die nächste Zeit auch bleibt. Aktiven Usern raten wir die Privatsphäre-Einstellungen von Zeit zu Zeit zu überprüfen. Es gibt das Sprichwort: „Vorsicht ist besser als Nachsicht“ – das gilt auch für persönliche Daten im Cyberspace.

 

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