Top‑Tipps für sicherheits‑ und datenschutzfreundliche Weihnachtsgeschenke

Denken Sie über den (Weihnachtskekse-)Tellerrand hinaus! Hier sind ein paar Ideen für Geschenke zum Thema Sicherheit und Datenschutz, die Sie Ihren Verwandten - oder auch sich selbst - machen können. Einige kosten keinen Cent!

Denken Sie über den (Weihnachtskekse-)Tellerrand hinaus! Hier sind ein paar Ideen für Geschenke zum Thema Sicherheit und Datenschutz, die Sie Ihren Verwandten – oder auch sich selbst – machen können. Einige kosten keinen Cent!

Dank mehr als zehn Jahren bekannter Datenschutzverletzungen, weltweiter Datenschutzskandale und Verbraucherschutzgesetzen wie der DSGVO sind wir uns heute alle der Probleme der Cybersicherheit und des Datenschutzes stärker bewusst. Und jetzt, wo viele von uns vermehrt von zu Hause aus arbeiten und unser Privat- und Arbeitsleben zu verschwimmen beginnen, steht einiges mehr auf dem Spiel. Niemand möchte vor der Personalabteilung landen, weil seine wiederverwendeten Passwörter gestohlen und zum Beispiel zum Hacken einer Unternehmensdatenbank verwendet wurden.

Unsere persönlichen Daten sind nicht nur für Werbetreibende und Datenmakler von großem Wert, sondern – was noch besorgniserregender ist – auch für Cyberkriminelle. Leider gibt es viele Möglichkeiten für böswillige Personen, an diese Daten heranzukommen. Sie könnten Phishing-Angriffe nutzen, um uns direkt anzugreifen. Sie können Malware, die Informationen stiehlt, in mobilen Anwendungen, Torrents für Spiele oder anderer legitim aussehender Software verstecken. Oder sie nutzen bereits geknackte Daten, um an unsere Anmeldeinformationen zu gelangen und unsere Konten zu kapern. Wenn es um Werbetreibende und Datenmakler geht, findet ein Großteil der Datenabschöpfung und des Datenverkaufs unbemerkt im Hintergrund statt, oft dank Cookies von Drittanbietern, die eigentlich eine bessere Ausrichtung der Werbung oder ein besseres Nutzererlebnis ermöglichen sollen.

Es ist verständlich, dass viele von uns die Auswirkungen dieser Bedrohungen abmildern wollen. Warum also nicht mehr Sicherheit und Schutz der Privatsphäre verschenken und Ihren Lieben helfen, einige praktische Schritte zum besseren Schutz ihrer persönlichen Daten im Internet zu unternehmen?

Aber lassen Sie uns zunächst etwas erwähnen, das heutzutage ein Muss ist und das Sie sicher schon im Hinterkopf haben: umfassende Sicherheitssoftware. Sie wissen inzwischen, dass Sie und Ihre Familie auf all Ihren Geräten eine Sicherheitslösung von einem seriösen Anbieter verwenden sollten. Auch Smartphones und Tablets – die seit einiger Zeit zu den beliebtesten technischen Weihnachtsgeschenken gehören – brauchen einen umfassenden Schutz vor geräte-, netzwerk-, web- und appbasierten Bedrohungen. Wenn ein Gerät mit dem Internet verbunden ist, besteht die Gefahr, dass Malware auf das Gerät gelangt. Und wenn die Malware erst einmal darauf ist, könnte sie dazu verwendet werden, Ihre Daten zu stehlen, Ihren Computer für Erpressungen zu sperren oder andere schändliche Zwecke zu verfolgen.

Nun aber zu ein paar weniger offensichtlichen Geschenkideen für Ihre Verwandten – oder sogar für Sie selbst! Zugegeben, nicht alle der unten aufgeführten Ideen sind die typischen Zutaten für einen traditionellen Wunschzettel – nicht zuletzt, weil einige davon kostenlos sind oder nur schwer zu kaufen oder als Geschenk zu verpacken sind – aber jede einzelne ist es wert, Ihre Aufmerksamkeit zu bekommen. Oder betrachten Sie sie einfach als eine Liste von Dingen, die Sie zu Ihrer Cyber-Hygiene hinzufügen sollten.

  • Sicherer WLAN Router: Jeder von uns hat einen drahtlosen Router zu Hause, aber wahrscheinlich benutzen wir einen, der von unserem Internetanbieter bereitgestellt wird. Viele dieser Router lassen in puncto Sicherheit zu wünschen übrig. Sie akzeptieren beispielsweise keine langen und sicheren Passwörter, benachrichtigen nicht, wenn wichtige Updates verfügbar sind, oder haben „Dinge“ wie UPnP oder WPS aktiviert. Eine bessere Option wäre es, einen Router für kleine Unternehmen zu wählen, der auf Sicherheit ausgelegt ist, und wenn möglich, ein virtuelles privates Netzwerk darauf einzurichten und so die Installation eines VPN auf jedem Gerät zu vermeiden. Das bringt uns zum nächsten Punkt…
  • Virtual Private Network (VPN): Diese praktischen Tools leiten Ihren Datenverkehr über einen sicheren, verschlüsselten Tunnel um, so dass die von Ihnen besuchte Website Sie nicht identifizieren kann. Ein VPN ist nützlich, um die Privatsphäre und die Sicherheit zu verbessern – es verhindert, dass Internetanbieter, Regierungsspione, Hacker und Werbetreibende Sie ausspionieren – und ist besonders wichtig, wenn Sie unterwegs sind und öffentliche Wi-Fi-Netzwerke nutzen. Allerdings sind nicht alle VPNs gleich. Kostenlose Dienste können Ihre Daten verkaufen, um Geld zu verdienen, während solche mit Servern in bestimmten Ländern gezwiungen sein könnten, Daten herauszugeben. Um die richtige Wahl zu treffen, ist eigenständige Recherche erforderlich.
  • Password-Manager-Abo: Viele von uns haben heute so viele Konten und Anwendungen online, dass wir leicht zu merkende Passwörter verwenden müssen und oft dieselben Anmeldedaten für mehrere Konten verwenden. Das Problem ist, dass, wenn nur eines dieser Konten in die Hände von Hackern gerät, alle Konten gefährdet sind, da die Bösewichte automatische Tools zum Ausfüllen von Anmeldeinformationen („Credential Stuffing“) verwenden können, um zu versuchen, Ihre anderen Konten, die mit demselben Passwort geschützt sind, zu entsperren. Mit einem Passwort-Manager können Sie problemlos eindeutige und sichere Passwörter oder Passphrasen für jede Website erstellen und speichern. Der Manager merkt sie sich für Sie, während Sie sich nur ein einziges Passwort, das so genannte „Master-Passwort“, merken müssen.
  • Hardware-basierte 2FA Schlüssel: Die Zwei-Faktor- oder Multi-Faktor-Authentifizierung (2FA/MFA) bietet Schutz vor Bedrohungen durch Passwortdiebstahl, indem sie eine weitere Ebene der Benutzerauthentifizierung bietet. Obwohl dies auch mit speziellen MFA-Apps möglich ist, besteht eine weitere Option in einem physischen Hardwareschlüssel. Nachdem Sie ihn bei jeder Website, die Sie nutzen möchten, registriert haben, stecken Sie den Schlüssel einfach ein (normalerweise in einen USB-Anschluss), um sich anschließend anzumelden. Wenn ein Krimineller Ihren Schlüssel nicht hat, kann er sich nicht für Sie ausgeben.
  • Laptop Bildschirm-Sichtschutzfolie: Hybrides Arbeiten bedeutet, dass wieder mehr von uns ins Büro fahren werden. Das heißt, dass es mehr Gelegenheiten gibt, um zu sehen, was wir auf dem Weg zur Arbeit tippen. Ein Sichtschutz ist die offensichtliche Lösung, denn er lässt nur in engen Winkeln Licht aus dem Display heraus und verringert so die Gefahr des Schnüffelns.
  • Webcam Cover: Webcam-Hacking, auch bekannt als Camfecting, ist nicht unbekannt. Cyberkriminelle oder „einfache“ Spanner können die Kameras anderer Leute mit verschiedenen Mitteln kapern, z. B. mit Remote Access Trojanern (RATs) oder Sicherheitslücken. Das gestohlene Material oder die Aufnahmen können dann für Betrug oder Erpressung verwendet werden. Eine verschiebbare Webcam-Abdeckung kann sich daher als sehr nützlich erweisen. Andere einfache Gegenmaßnahmen bestehen darin, ein Stück Klebeband über das Objektiv zu kleben, wenn die Kamera nicht in Gebrauch ist, oder den Stecker zu ziehen, wenn es sich um eine externe Kamera handelt.
  • E-Mail mit mehr Privatsphäre: E-Mail wurde ursprünglich nicht mit Blick auf die Sicherheit entwickelt. Und jetzt gibt es ein zweites Risiko: dass die Anbieter selbst Ihre Daten ausspähen, um sie an Werbetreibende zu verkaufen oder an Regierungsbehörden weiterzugeben. Auch hier haben sich in den letzten Jahren zahlreiche Alternativen zu den großen Anbietern herausgebildet, bei denen Sicherheit und Datenschutz im Vordergrund stehen. Das bedeutet nicht nur, dass die Nachrichten standardmäßig verschlüsselt sind, sondern dass die Anbieter ihr Geld mit Premium-Abonnements statt mit Werbung verdienen und in einem Land ansässig sind, in dem es unwahrscheinlich ist, dass sie Informationen an die US-Behörden weitergeben, falls das für Sie ein Problem darstellt.
  • Sichere Apps für Textnachrichten:Es ist unwahrscheinlich, dass diese auf vielen unserer Weihnachtslisten stehen, da die Apps in der Regel kostenlos sind und sich nur schwer als Geschenk verpacken lassen. Aber es lohnt sich, darauf zu achten, dass die von Ihnen verwendete App für Sicherheit und Datenschutz optimiert ist und eine Ende-zu-Ende-Verschlüsselung bietet. Das bedeutet, dass der Anbieter selbst dann nicht in der Lage ist, Kundendaten herauszugeben, wenn er von Behörden oder Strafverfolgungsbehörden dazu aufgefordert wird. Vergewissern Sie sich, dass diese Funktion aktiviert ist, da sie nicht immer standardmäßig aktiviert ist. Wenn Sie schon dabei sind, sollten Sie die Einstellungen der App weiter optimieren, um den Datenschutz und die Sicherheit noch weiter zu verbessern.
  • Anti-Tracking Software:Da die Sorge um die Privatsphäre in der Bevölkerung gewachsen ist, hat der Markt mit Werbe- und Tracking-Blockern reagiert. Wie der Name schon sagt, sollen sie Ihre Surfaktivitäten vor unerwünschter Überwachung schützen, indem sie dafür sorgen, dass keine invasiven oder potenziell bösartigen Anzeigen auf Ihrem Bildschirm erscheinen.
  • Auf Privatsphäre ausgerichtete Suchmaschine: Die großen Suchmaschinenhersteller erzielen ihre Gewinne, indem sie Werbetreibenden den Zugang zu Ihrem Suchverlauf verkaufen, damit sie gezielt Werbung schalten können. Viele Nutzer haben kein Problem mit diesem Eingriff in ihre Privatsphäre, wenn sie dadurch relevantere Werbung erhalten. Für diejenigen, die damit nicht einverstanden sind, gibt es inzwischen zahlreiche Alternativen auf dem Markt. Sie sind kostenlos und können natürlich über Ihren normalen Webbrowser verwendet werden – oder sogar über den Tor-Browser, wenn Sie es noch weiter treiben wollen.

Lassen Sie die Festtage auch eine Zeit des Sicherheits- und Datenschutzbewusstseins sein. Indem wir kleine Schritte wie die oben genannten unternehmen, können wir unsere Daten sicherer machen und opportunistischen Betrügern das Leben schwer machen.

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