Endlich wieder Urlaub – mit Sicherheit!

Die pandemiebedingte „Urlaubspause“ ist vorbei und die Sommerferien stehen vor der Tür. Zeit, sich die wichtigsten Sicherheitstipps in Erinnerung zu rufen!

Die pandemiebedingte „Urlaubspause“ ist vorbei und die Sommerferien stehen vor der Tür. Zeit, sich die wichtigsten Sicherheitstipps in Erinnerung zu rufen!

Egal, ob die großen Ferien 2021 im Wohnmobil, Wohnwagen, Hotel, der Ferienwohnung oder komplett individuell verbracht werden – das große Motto in diesem Jahr lautet anscheinend: „Alles, bloß nicht zu Hause!“. Undenkbar scheint es, dass dabei Laptop, Smartphone und Tablet allein zurückbleiben, sind sie doch ein wichtiger Teil der Urlaubsplanung – auch vor Ort –, dienen der Unterhaltung, Navigation und Verständigung. In diesem Jahr kommt noch ein wichtiger Zweck des Smartphones dazu: Die Bereitstellung von Covid-19 Impfinformationen. Neben der bequemen mobilen Bezahlung also noch ein zusätzlicher, wichtiger Grund, auf die Sicherheit der Geräte zu achten!

Deswegen nun die aus unserer Sicht wichtigsten Security-Informationen und Tipps:

1. Apps, digitale Impfpässe und andere Software

Generell gilt natürlich, dass alle Apps und verwendete Software und die Betriebssysteme auf dem neuesten Stand sein sollten. Das heißt, Updates – wo dies möglich ist – am besten automatisch einspielen lassen. Überprüfen Sie also vor Reiseantritt, dass die Einstellungen auf ihren Geräten entsprechend angepasst sind.
„Urlaubsbezogene“ Apps, wie die der Buchungsplattform, des Bonusprogramms vom Hotel, der „Sonderangebote für Touristen in Ihrer Nähe“-App und mehr sind bequem, haben allerdings oft auch Zugriff auf Standortdaten und teilweise auch Kamera & Co. – achten Sie nach dem Urlaub also darauf, nicht mehr benötigte Apps wieder zu entfernen.

Ebenfalls wichtig in diesem Jahr sind Apps, die nicht nur Informationen zum lokalen Covid-19 Geschehen darstellen können, sondern natürlich auch den Zugang zur Gastronomie oder den grenzüberschreitenden Verkehr ermöglichen, in dem sie den Impf- oder Genesungsstatus der entsprechenden Person anzeigen können.
Achten Sie hierbei UNBEDINGT darauf, dass es sich um die offiziellen Apps handelt! Betrüger warten nur darauf, dass Sie aus dem Internet, einem Drittanbieter-Store und teilweise auch in den offiziellen Stores von Apple oder Google die falsche App installieren.
In Deutschland sind die offiziellen Apps für den „digitalen Impfpass“ die Corona-Warn App oder die App „CovPass“ vom RKI (Links am Ende des Dokuments). In der Schweiz ist dies die „COVID Certificate“ App des Bundesamts für Gesundheit und in Österreich gibt es laut jetzigem Stand (Ende Juni 2021) KEINE offizielle App, sodass der Impfausweis als Dokument eingepackt werden sollte. Für alle Länder gilt: Laden Sie Ihre Impfinformationen in keine inoffiziellen Apps, wie Wallets oder ähnliche – auch keine Screenshots oder PDFs. Sie können kaum prüfen, wer die App betreibt und wo die Daten wie geschützt gespeichert werden.

2. Diebstahlschutz für mobile Geräte

Eine oft unterschätzte Gefahr ist der Verlust oder Diebstahl der mobilen Geräte. Autos werden aufgebrochen, Hotelzimmer durchwühlt oder das Smartphone rutscht im ungünstigsten Moment aus der Hosentasche. Neben dem Gerät verliert man alle möglichen Zugänge, Buchungsunterlagen oder wertvolle Urlaubserinnerungen. Um die Chancen zu erhöhen, dass man Smartphone, Tablet oder Laptop mitsamt der Daten wiedererlangt, sollte man Diebstahlschutz-Apps verwenden, die auch unter dem Stichwort Anti-Theft bekannt sind.. Diese können Bestandteil der Internet Security Lösung oder eigene Über sie kann man aus der Ferne den Gerätestandort ermitteln, das Gerät sperren und Bilder vom Bildschirm oder den Kameras anfertigen. Über die Apps lässt sich auch Kontakt zum Finder oder Dieb herstellen oder mit den gesammelten Informationen die Polizei hinzuziehen. Wichtig ist jedoch, dass die Funktionen vor Abreise einmal getestet werden.

3. Passwortsicherheit – immer und überall

Überprüfen Sie, ob der Zugang zur E-Mail, zur Buchungsplattform und den Geräten selbst bestmöglich abgesichert ist. Kurze PIN Codes oder Wischgesten, kurze Passwörter (<12 Zeichen) oder Passwörter, die mehrfach verwendet werden, sollten sofort entfernt und durch sicherere Methoden ersetzt werden. Anstelle von einzelnen, schwer zu merkenden Passwörtern sollten Passphrasen zum Einsatz kommen. Das sind ganze, leicht zu merkende Sätze, inklusive Satz- und Leerzeichen. Sie sollten möglichst abstrakt sein. Hilfe bei der Verwaltung der individuellen Passphrasen bieten Passwortmanager. Zusätzliche Sicherheit verspricht eine 2- oder Mehrfaktor-Authentifizierung, auch „Sicherheit in zwei Schritten“ genannt. Sie sollte unbedingt bei Webdiensten wie Mail und Social Media eingesetzt werden. Wo es möglich ist, erhöhen Fingerabdrücke die Sicherheit enorm, auch wenn sie nicht 100% fälschungssicher sind.
Beachten Sie, dass zu diesem Thema unbedingt auch die Anmeldung am Laptop oder der Zugang zum Smartphone zählen!

4. Verschlüsselung gehört dazu

Überprüfen Sie vor der Abreise, ob die Daten auf Ihren Geräten verschlüsselt Das kann etwa eine Vollverschlüsselung des Geräts oder der Festplatte sein. Moderne Windows, Android und iOS Versionen bieten dies standardmäßig an. Sollte das jeweilige Gerät etwas älter sein und von einer alten OS-Version aktualisiert, prüfen Sie, ob die Verschlüsselung jeweils nachträglich oder durch das Upgrade aktiviert wurde. Sollten die Geräte unwiederbringlich verloren gehen, können Sie so die Chance minimieren, dass Unbefugte Zugriff auf Ihre Daten erlangen.

5. Fertigen Sie Backups an

Sind die Daten mit den Geräten verschwunden, wäre das tragisch. Gut ist, wenn man vorgesorgt hat und Sicherungskopien (Backups) angefertigt hat. Das lässt sich Dank automatischer Sicherung in der Cloud einfach bewerkstelligen. Wer noch sicherer gehen möchte, sollte sich Backups auf USB-Medien oder dem heimischen NAS (Netzwerkspeicher) anfertigen. Wichtig ist jedoch, dass von Zeit zu Zeit diese Backups auch getestet werden, um sicherzugehen, dass sie auch funktionieren!

6. WLAN in Hotel, Ferienwohnung, Campingplatz

Öffentliche WLAN sind praktisch und bequem. Und selbst wenn sie individualisiert erscheinen, indem sich Nutzernamen und Passwörter auf Sie beziehen, sind es doch Netzwerke mit mehreren Teilnehmern und auf deren Sicherheitsniveau Sie keinen Einfluss haben. Cyberkriminelle warten nur auf weitere Teilnehmer, um deren Netzwerkverkehr mitzuschneiden oder Dateifreigaben zu plündern. Außerdem sehen die Bertreiber alle Webseiten die Sie ansurfen. Wo es möglich ist, meiden Sie also solche Netze. Lässt sich die Nutzung nicht vermeiden, installieren Sie VPN-Software, die Ihren Netzwerkverkehr tunnelt und umleitet, um sich vor neugierigen Blicken zu schützen.
Wie der Teufel das Weihwasser sollten Sie aber unbedingt öffentliche „Internet PCs“ meiden, wenn Sie nach E-Mails oder zu Facebook & Co. schauen wollen. Solche PCs können mit Schadcode infiziert sein, der Ihre Zugänge zu den Diensten ausspäht und die Konten übernimmt.
Klären Sie diesbezüglich auch Ihre Kinder auf!

7. Posten Sie den Urlaub nicht öffentlich

Auch wenn Sie den Zugang zu Ihren Social Media Portalen vor Reiseantritt bestmöglich abgesichert haben, bleiben diese dennoch ein Sicherheitsrisiko. Nämlich dann, wenn Sie stolz die tollen Urlaubsbilder und die Reisezeit öffentlich posten. In zunehmendem Maße prüfen Kriminelle öffentliche Profile, um herauszufinden, welche Wohnung oder welches Haus in welchem Zeitraum leerstehen könnten und so ein lohnenswertes und entspanntes Ziel bieten. Überprüfen Sie also, mit wem Sie Inhalte teilen und ob dies nicht eventuell auch bis nach der Reise warten kann.

8. Das (Smarte) Heim absichern

Sollte Ihr Zuhause verwaist zurückbleiben, achten Sie auf eine bestmögliche Absicherung. Geräte, die während des Urlaubs nicht gebraucht werden, können komplett vom Strom getrennt werden. Sollte von außen der Zugriff auf das Heimnetz benötigt werden – für Sicherheitssysteme, Webcams oder den Zugriff aufs NAS usw., dann sichern Sie diesen Zugriff bestmöglich ab. Prüfen Sie auf Updates der Router-Firmware und wechseln Sie den Standardzugriffsport. Verwenden Sie auch hier lange, abstrakte Passphrasen für den Zugriff und besser noch 2-Faktor-Anmeldungen.
Smart Home Besitzer, die eine Steuerung der Lichter im Haus und Rollläden realisiert haben, können diese so programmieren, dass ein normaler Hausbetrieb simuliert wird und Einbrecher abschreckt. Ständig geschlossene Rollläden sind übrigens eine größere Einladung an Kriminelle als Sie vielleicht gedacht hätten!

Umsicht, gesundes Misstrauen und generelle Wachsamkeit ergänzen die obenstehenden, grundlegenden Sicherheitstipps. Genießen Sie Ihren Urlaub und bleiben Sie gesund!

Links zu den offiziellen Covid-(Impf-)Apps

Deutschland
„Corona-Warn-App“
Apple – https://apps.apple.com/de/app/corona-warn-app/id1512595757
Google – https://play.google.com/store/apps/details?id=de.rki.coronawarnapp
Huawei – (aktuell keine verfügbar)

„CovPass“
Apple – https://apps.apple.com/de/app/covpass/id1566140352
Google – https://play.google.com/store/apps/details?id=de.rki.covpass.app
Huawei – https://appgallery.huawei.com/#/app/C104325391

Schweiz
„Covid Certificate”
Apple – https://apps.apple.com/us/app/covid-certificate/id1565917320
Google – https://play.google.com/store/apps/details?id=ch.admin.bag.covidcertificate.wallet
Huawei – https://appgallery.huawei.com/#/app/C104434571

AT
(aktuell keine verfügbar)

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