Kinder vor Cybermobbing schützen – auch in der Pandemie | WeLiveSecurity

Kinder vor Cybermobbing schützen – auch in der Pandemie

Mit zunehmender Online-Zeit steigt auch das Risiko von Cybermobbing. Was können Sie tun, um Ihre Kinder zu schützen?

Mit zunehmender Online-Zeit steigt auch das Risiko von Cybermobbing. Was können Sie tun, um Ihre Kinder zu schützen?

Seit fast einem Jahr verbringen Menschen auf der ganzen Welt gezwungenermaßen die meiste Zeit zuhause und vor ihren Bildschirmen. Das gilt auch für unsere Kinder. Seitdem Schulen Fernunterricht anbieten und Schulklassen digital Kontakt halten, finden auch die meisten ihrer Aktivitätenvor dem Bildschirm statt.

Aufgrund des Social-Distancing-Gebots und des mangelnden Kontakts von Kindern und Jugendlichen zu ihresgleichen warnen Expert*innen verständlicherweise schon vor ernstzunehmenden Entwicklungsnachteilen. Aber auch andere Risiken für Kinder sind in dieser Zeit gestiegen.

Zurzeit wird ihr Tag, vom Aufwachen bis zum Einschlafen, von der digitalen Welt bestimmt– sie erhalten Unterricht online, interagieren virtuell mit ihren Freunden, konsumieren reichlich Onlinemedien und -Spiele. Weil aufgrund der Pandemie die Online-Zeit und die digitale Welt derart an Bedeutung zunimmt,  steigen auch die Risiken für Cybermobbing, warnen Fachleute.

Woran erkennt man Cybermobbing?

Entgegen der landläufigen Meinung beschränkt sich Cybermobbing nicht nur auf soziale Medien, sondern ist häufig auf den verschiedensten Plattformen präsent. Das Phänomen begegnet uns in unterschiedlicher Form.

In den sozialen Medien erscheint Cybermobbing für einen zufälligen Beobachter häufig harmlos, besonders wenn die Beteiligten ihre Handlungen v „überspielen“. Zum Beispiel durch Memes mit Insider-Witzen, die nur ihnen, dem Opfer ihrer Angriffe und den anderen Mitgliedern einer gemeinsamen sozialen Gruppe bekannt sind, etwa innerhalb einer Schulklasse, einer Sportmannschaft oder einer kirchlichen Gruppe.

Oft findet Cybermobbing auch versteckt in privaten Gruppen und Chatrooms statt. Die beleidigenden Äußerungen und Handlungen werden dort absichtlich ans Opfer weitergetragen. All dies macht es Außenstehenden schwer, den Psychoterror zu erkennen. Die Mobber kümmert es oft auch nicht. Sie schrecken auch nicht davor zurück, ihre Opfer öffentlich herabzusetzen, zu demütigen und anzugreifen.

Auch  Online-Gaming, mit dem sich Kinder gerne stundenlang befassen, ist ein Nährboden und Austragungsort für Cybermobbing. Angriffe finden hier meistens in Form von Beleidigungen, Spott über Spielfähigkeiten oder mittels Schimpfwörtern statt, und zwar massenhaft. Doch es ist nicht die einzige Art von Mobbing, die in Online-Kampfarenen auftreten kann.

Oft wählen die Spieler ihr Opfer aus und bemühen sich dann, deren Spielzeit so qualvoll wie möglich zu gestalten. Zum Beispiel, indem sie deren Online-Avatare immer wieder töten, deren Verhalten missbräuchlicherweise über Meldesysteme melden oder die Opfer gleich ganz aus den Spielewelten verbannen. Dies macht dasGame für das Opfer unspielbar.

So verhindern und stoppen Sie Online-Belästigungen

Eltern sollten sich der Warnsignale bewusst sein, dass etwas nicht stimmt. Die drastische Reduzierung der Gerätenutzung, Launigkeit oder die Löschung und das Neuanlegen von Onlinekonten können Zeichen für Cybermobbing der Kinder sein.

Cybermobbing sollte aber nicht erst nachträglich angegangen werden. Eltern sollten mit ihren Kindern aktive Diskussionen über Cybermobbing und andere Fallstricke des Internets führen. Kinder sollten wissen, dass sie Eltern und Lehrern ihre Probleme anvertrauen können. Genauso macht es Sinn, dass Eltern die Kindersicherungsprogramme auf den Geräten installieren, um mitverfolgen zu können, wo sich ihre Kinder online aufhalten.

Kinder sollten wissen, dass niemand es verdient, gemobbt zu werden. Sie sollten nicht schweigen, sondern einschreiten oder einen Erwachsenen hinzuziehen, wenn sie sehen, dass jemand verletzt wird. Sie sollten wissen, wie sie Vorfälle melden können und dass sie Screenshots und Aufzeichnungen über alle Fälle von Cybermobbing führen können, die sie aus erster Hand erlebt haben oder die gegen jemanden verübt wurden. Darüber hinaus sollten sie auch die verschiedenen Tools kennen, über die sie solches Verhalten auf Social Media- und Gaming-Plattformen melden können.

Weitere Links

Hier ist eine Liste von Websites, die Ratschläge, Kontakte und Beratung für Mobbingopfer anbieten.

Besuchen Sie auch SaferKidsOnline.de, um mehr darüber zu erfahren, wie sich Cybermobbing auf Kinder auswirkt und wie wir Kinder schützen können.

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