Kryptowährungen und Betrugsmaschen

Wer versucht beim digitalen Goldrausch reich zu werden, sollte wissen, wie man Betrügereien erkennt. Denn Kryptowährungen ziehen Kriminelle an.

Wer versucht beim digitalen Goldrausch reich zu werden, sollte wissen, wie man Betrügereien erkennt. Denn Kryptowährungen ziehen Kriminelle an.

Die Welt scheint „krypto-verrückt“ geworden zu sein. Über digitale Währungen wie Bitcoin, Monero, Ethereum und Dogecoin wird überall im Internet gesprochen. Ihre emporschießenden Werte versprechen schnelle Gewinne für Investoren (jedenfalls, bevor die Kurse der Coins wieder fallen) und das „Vermögen“, das man mit virtuellem Geld machen kann, erinnert an den Goldrausch des 19. Jahrhunderts. Zumindest wollen Ihnen viele das glauben machen, einschließlich einer Menge Betrüger.

Wenn Sie sich heute für Kryptowährung interessieren, dann sind Sie tatsächlich einem nicht geringen Betrugsrisiko ausgesetzt. Betrüger sind in dieser gesetzlosen, unregulierten Welt oft im Vorteil und ihre Opfer im Nachteil. Doch auch hier gelten die üblichen Regeln zur Betrugsprävention. Alles, was Sie online lesen, sollten Sie mit Vorsicht behandeln und sorgfältig prüfen.

Warum nimmt Kryptowährungsbetrug zu?

Online-Betrüger gelten als Meister darin, aktuelle Ereignisse und Trends für ihre Maschen auszunutzen. Kryptowährungen, stehen dabei gerade ganz vorne auf ihrer Liste. Durch die zahlreichen Medienberichte und Social-Media-Beiträge ist eine regelrechte Hysterie rund um virtuelle Währungen entstanden, die sich erfolgreich ausnutzen lässt. Das Ergebnis? Zwischen Oktober 2020 und Mai 2021 verloren Amerikaner laut der US-amerikanischen Finanzaufsicht FTC schätzungsweise 80 Millionen Dollar (71 Millionen Euro) durch Kryptowährungsbetrug. In Großbritannien ist die Zahl sogar noch höher: Die Polizei geht dort davon aus, dass Betrugsopfer in den ersten neun Monaten des Jahres 2021 über 146 Millionen Pfund (172 Millionen Euro) verloren haben. Auch in Deutschland gibt es ein steigendes Interesse an Kryptowährungen und dementsprechend vermehrte Meldungen zu Betrugsfällen.

Was ist der Grund für den Anstieg von Kryptowährungsbetrug?

  • Im Vergleich zum traditionellen Aktienmarkt gibt es für Anleger auf dem Krypto-Währungsmarkt nur wenige bis gar keine Vorschriften
  • Aufgrund des großen Medieninteresses für Kryptowährungen, steigt auch die Anzahl von Phishing- und Betrugsmaschen
  • Steigende Kryptowährungspreise ziehen Verbraucher an, die davon träumen, schnell reich zu werden
  • Soziale Medien verstärken den Hype, real oder fiktiv
  • Phisher versprechen vermehrt Geld als Gegenleistung für das Minen von Coins

Was sind die häufigsten Betrugsmaschen im Zusammenhang mit Kryptowährungen?

Wenn Sie virtuelles Geld sicher bei einer Kryptowährungsbörse gespeichert haben, dann besteht das Risiko, dass es von Cyberkriminellen gestohlen wird. In zahlreichen Fällen ist es Bedrohungsakteuren in der Vergangenheit gelungen, Gelder aus diesen Unternehmen zu stehlen, zum Teil in Millionenhöhe. In der Regel versprechen die angegriffenen Unternehmen ihren schuldlosen Kunden sie für die Verluste zu entschädigen. Leider bleiben Opfer von Krypto-Betrug oft auf ihrem Schaden sitzen.

Es lohnt sich zu verstehen, wie diese Betrügereien aussehen. Hier sind einige der häufigsten:

Ponzi Schema, Schneeballsysteme: Bei dieser Art des Investitionsbetrugs werden die Opfer dazu verleitet, in nichtexistierende Unternehmen oder eine Technologien zu investieren, die hohe Rendite versprechen, tatsächlich aber nur die Taschen der Betrüger füllen. Kryptowährungen eignen sich dafür bestens, da die Betrüger immer neue, nicht näher bezeichnete „Spitzentechnologie“ erfinden können, um Investoren anzuziehen und größere virtuelle Gewinne zu erzielen. Das Fälschen der Daten ist einfach, wenn die Währung eh schon virtuell ist.

Pump and Dump: Dabei versuchen Betrüger Investoren, unter Vorspiegelung falscher Tatsachen, Aktien von wenig bekannten Kryptowährungsunternehmen zu verkaufen. Steigt in der Folge der Aktienkurs und dann verkaufen die Betrüger ihre eigenen Aktien und machen einen ordentlichen Gewinn. Dem Opfer bleiben am Ende nur wertlose Aktien.

Gefälschte Promi-Empfehlungen: Bei dieser Masche kapern Betrüger Social-Media-Konten von Prominenten oder erstellen gefälschte Konten, um deren Follower hereinzulegen. Vermeintlich im Namen der Prominenten fordern sie dazu auf Geld oder Bitcoins in Betrugsmaschen zu investieren. So entstanden etwa 2 Millionen Dollar an Schaden, als Betrüger den Namen von Milliardär Elon Musk in eine Bitcoin-Adresse einfügten, um ihren Trick vertrauenswürdiger erscheinen zu lassen.

https://twitter.com/sidcoins/status/1477737845649334275

Falsche Krypto-Börsen: Betrüger nutzen E-Mails oder Social-Media-Nachrichten, in denen sie den Zugriff auf Krypto-Geld auf Handelsplattformen versprechen. Der einzige Haken ist, dass der Benutzer normalerweise zuerst eine kleine Gebühr zahlen muss, um den Zugriff zu erhalten. Wenn der Benutzer bemerkt, dass die Handelsplattform nicht existiert, ist das Geld längst für immer weg.

Fake-Apps: Immer wieder fälschen Cyberkriminelle legitime Kryptowährungs-Apps und laden sie in App-Stores hoch. Wenn Sie eines installieren, könnte es Ihre persönlichen und finanziellen Daten stehlen oder Malware auf Ihrem Gerät einschleusen. Andere können Benutzer dazu verleiten, für nicht vorhandene Dienste zu bezahlen, oder versuchen, Logins für Ihre Kryptowährungs-Wallet zu stehlen.

Falsche Pressemitteilungen: Manchmal gelingt es den Betrügern auch Journalisten zu täuschen und zur Veröffentlichung falscher Informationen zu bringen. So gab es zweimal Falschmeldungen, dass namhafte Einzelhändler in Zukunft Kryptowährungen als Zahlungsmittel akzeptieren wollten. Die falschen Pressemitteilungen, waren Teil von Pump-and-Dump-Maschen, mit denen die Betrüger ihre Anteile an den genannten Währungen wertvoller machen wollten.

Phishing/Identitätsdiebstahl: Phishing ist eine der beliebtesten Vorgehensweisen von Betrügern, um an Kryptowährungen zu gelangen. Über E-Mails oder Texte und Nachrichten in sozialen Medien, die vermeintlich von einer vertrauenswürdigen Quelle oder Organisation stammen. Manchmal fordert diese „Quelle“ – zum Beispiel ein Kreditkartenanbieter, eine Bank oder ein Regierungsbeamter – eine Zahlung für etwas in Kryptowährung an. Die Opfer sollen überrumpelt werden und bezahlen, noch bevor sie zum Nachdenken kommen.

Geben Sie Betrügern keine Chance

Das beste Mittel gegen Betrugsmaschen ist ein gehöriges Maß an Skepsis, denn wir leben leider in einer Zeit, in der nicht alles wahr ist, was wir online lesen. Vieles davon ist sogar explizit darauf ausgelegt, uns auszutricksen und uns Schaden zuzufügen. Beherzigen Sie daher die folgenden Regeln:

  • Geben Sie niemals Ihre persönlichen Daten an jemanden weiter, der sie unaufgefordert per E-Mail, SMS, Social Media oder Telefon kontaktiert. Sogar, wenn es so aussieht, als wäre es ein Freund von Ihnen, kann es in Wirklichkeit ein Hacker sein, der dessen E-Mail oder Social-Media-Konto gekapert hat. Erkundigen Sie sich daher immer separat bei ihnen über eine andere Kontaktmethode
  • Wenn etwas zu gut ist, um wahr zu sein, ist es das meistens auch! Behandeln Sie Anlageangebote mit riesigen Renditen daher mit einem gesunden Maß an Skepsis.
  • Aktivieren Sie die Zwei-Faktor-Authentifizierung für jedes Kryptowährungskonto, das Sie haben.
  • Lehnen Sie jede Investitionsmöglichkeit ab, die eine Vorauszahlung erfordert
  • Verwenden Sie niemals inoffizielle App-Stores
  • Nutzen Sie eine Sicherheitslösung eines seriösen Anbieters auf Ihren PCs und Mobilgeräten

Auch wenn die ganze Welt krypto-verrückt geworden ist, Sie müssen nicht mitmachen. Behalten Sie einen kühlen Kopf und lassen Sie den Hype vorüberziehen.

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