Weihnachts‑Shopping im Visier von Online‑Kriminellen

Die Black-Cyber-Week-Friday Rabattschlacht rollt, der Advent steht vor der Tür. Höchste Zeit, die Weihnachtseinkäufe zu erledigen – mit aller gebotenen Vorsicht!

Die Black-Cyber-Week-Friday Rabattschlacht rollt, der Advent steht vor der Tür. Höchste Zeit, die Weihnachtseinkäufe zu erledigen – mit aller gebotenen Vorsicht!

Seit Jahren gehören elektronische Geräte zu den Favoriten unterm Weihnachtsbaum. 2019 wurden in Deutschland laut Bitkom und gfu knapp 9 Milliarden Euro im Vorweihnachtsgeschäft im Bereich Consumerelektronik umgesetzt. 2020 war eine Steigerung um 5 Prozent zu verzeichnen.

Hätte die Corona-Pandemie die Lieferketten in diesem Jahr nicht weiter fest im Griff, hätte man sicher eine weitere Steigerung erwarten können. Aber weil, unter anderem, der Nachschub aus den Chip-Produktionsstätten ins Stocken geraten ist, herrscht Knappheit bei vielen heißbegehrten elektronischen Geräten. Und Knappheit weckt das Interesse von Betrügern.

Aktuelle Grafikkarten, die Playstation 5 oder die neue Xbox – sie gehören zu den stark nachgefragten und kaum lieferbaren Elektronikartikeln. Die produzierten und tatsächlich ausgelieferten Kontingente können die Nachfrage bei weitem nicht befriedigen. Noch dazu steigen die Preise stark an. Bei manchen Grafikkarten betragen Sie derzeit mehr als das Doppelte der unverbindlichen Preisempfehlung.

Oh, du gierige…

Das ruft natürlich Betrüger aller Art auf den Plan. Da ist einerseits der klassische „Fuchs“, der es geschafft hat, ein Gerät zu ergattern, um es zum doppelten Preis weiterzuverkaufen. Das mag zwar anrüchig sein, ist aber nicht illegal, da die Ware ja geliefert wird. Anders sieht es mit den unzähligen gefälschten Angeboten, wie Gewinnspielen auf Sozialen Netzwerken oder Fake-Angeboten in diversen Anzeigenportalen wie eBay Kleinanzeigen oder auf dem Facebook Marktplatz. Hier werden schamlos die Menschen ausgetrickst, indem Bilder aus anderen, echten Angeboten kopiert werden und die Zahlung meist im Vorfeld geschehen soll.

Wie man sich vor Betrügern schützen kann

Auch wenn die Verlockung groß sein mag, Vorsicht ist in diesem Jahr besonders angebracht. Kaufen Sie nur in vertrauenswürdigen Onlineshops oder wenn möglich im Laden vor Ort.

Achten Sie gerade bei Kleinanzeigen auf folgende Dinge:

  1. Seien Sie vorsichtig bei Anzeigen die nur Versand und keine Abholmöglichkeit anbieten. Bei einigen Artikeln wie Grafikkarten besteht durchaus eine große Chance von betrügerischen Angeboten. In diesen Fällen ist eine Abholung (oder die Bezahlung über eine Plattform wie den ebay Kleinanzeigen Käuferschutz) vorzuziehen. Abholungen lassen sich auch „pandemiekonform“ realisieren, deswegen sollten sie misstrauisch werden, wenn Anbieter mit Verweis auf die aktuelle Situation keine Abholung anbieten.
  2. Lassen Sie sich gegebenenfalls zusätzliche Bilder vom Objekt der Begierde schicken. Am besten mit einem Zettel mit aktuellem Datum und Namen des/der Anbietenden dazu.
  3. Nutzen Sie eine Online-Bildersuche mit den Bildern aus dem Angebot. So können Sie unter Umständen schnell erkennen, ob die Bilder von anderen, echten Angeboten kopiert wurden. LINK auf Google Bildersuche
  4. Nutzen Sie bei Ebay Kleinanzeigen den Käuferschutz. Auch wenn es praktisch erscheint, nutzen Sie niemals die Bezahloption „PayPal Freunde & Familie“, da hier der Käuferschutz nicht greift. Angewiesene Beträge sind dann für immer verloren.
  5. Bei Neugeräten ist es ratsam, bei der Suche Kleinanzeigenangebote von privat ganz auszuschließen. Händler können Garantien geben und zusätzlich greift das Rückgaberecht, sollte etwas mit dem Artikel nicht stimmen.

Allgemein gilt nicht zuletzt:

  1. Achten Sie auf marktübliche Preise. Ist das Angebot zu günstig, wartet in der Regel kein Schnäppchen, sondern Abzocke.
  2. Klicken Sie nicht auf die eingeblendete Werbung auf Social Media. Gerade jetzt locken viele Angebote mit super Preisen. Wir haben bereits erste Meldungen von Abofallen über diese Masche.
  3. Nehmen Sie nur an Gewinnspielen teil, bei denen eindeutig klar ist, wer dahintersteckt und welche Daten Sie angeben sollen.
  4. Werbeangebote per E-Mail sollten Sie ganz ignorieren.
  5. Achten Sie beim Bezahlvorgang darauf, dass die Angaben zum Verkäufer auch mit den Angaben bei der Kreditkartenbestätigung (3D Secure) oder der PayPal Freigabe übereinstimmen.
  6. Achten Sie darauf, dass der Online-Shop per SSL die Datenübertragung schützt. Das erkennen Sie in modernen Browsern am Schlosssymbol links von der Adresse.
  7. Nutzen Sie Schutzsoftware, die alle aufgerufenen Webseiten überprüft. In vielen Fällen sind Betrugswebseiten bekannt und können blockiert werden. Schädlicher Code, der in der Webseite versteckt wurde, kann so ebenfalls erkannt und neutralisiert werden.

Mit diesen grundlegenden Tipps hoffen wir, dass Sie ihr Weihnachts-Shopping erfolgreich und sicher abschließen können und ihre Festtage frustfrei bleiben!

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