Gebrochene Herzen und leere Portemonnaies – Das Geschäft mit der Liebe | WeLiveSecurity

Gebrochene Herzen und leere Portemonnaies – Das Geschäft mit der Liebe

In unserer schnelllebigen Zeit setzen viele Menschen auf Dating-Apps. Dort tummeln sich aber vermehrt Betrüger, die das große Geschäft mit der Liebe wittern.

In unserer schnelllebigen Zeit setzen viele Menschen auf Dating-Apps. Dort tummeln sich aber vermehrt Betrüger, die das große Geschäft mit der Liebe wittern.

Wir leben in einer sehr schnelllebigen Zeit, in der es immer schwerer wird, Karriere, Freunde und die Liebe unter einen Hut zu bekommen. Daher nutzen Menschen vermehrt bequemere Wege, um einen Partner zu finden, beispielsweise über Dating Apps und Webseiten wie Tinder, Lovoo oder Bumble. Das macht sie jedoch zum Ziel von Liebesbetrügern, die ihre eifrige Partnersuche ausnutzen möchten. Das FBI veröffentlichte in seinem IC3 Bericht von 2018, dass Betrug im Liebes- und Vertrauensbereich das Verbrechen mit den zweithöchsten finanziellen Verlusten für die Opfer war. Die Verluste summierten sich auf knapp 363 Million US-Dollar. Eine unglückliche Frau wurde dabei um 546.000 US-Dollar betrogen. Die Suche nach dem richtigen Partner wird üblicherweise um den Valentinstag herum nochmal verstärkt in Angriff genommen. Was sind also die verräterischsten Anzeichen dafür, dass ein Schwarm in Wirklichkeit nur ein Betrüger ist, der Ihnen das Bankkonto leerräumen möchte?

Fotos

Scammer nutzen meist Stockbilder von Models, die so gestylt sind, um ein ganz bestimmtes Produkt zu verkaufen. Fotos von ihnen mit einem speziellen Getränk oder Geräten in der Hand fühlen sich aufgesetzt und unnatürlich an, weil sie es in Wirklichkeit auch sind. Wenn Sie misstrauisch aufgrund des Fotos sind, fragen Sie nach einem Familienbild. So wird ein Scammer es sehr schwer haben, etwas Passendes zu finden, da das genutzte Model vielleicht nie für eine familienzentrierte Kampagne gebucht wurde. Manche nutzen als Alternative auch Bildern von echten Menschen, um glaubwürdiger auszusehen. Wenn Sie das Gefühl haben, dass irgendetwas mit dem Profilfoto nicht stimmt, dann vertrauen Sie auf Ihr Bauchgefühl. In beiden Fällen können Sie eine umgekehrte Bildersuche über Google Bilder durchführen und Ihren Verdacht gegenchecken. Das könnte Licht ins Dunkel bringen.

Schnell dabei die große Liebe zu verkünden

Ihre Alarmglocken sollten sofort läuten, wenn Sie große Liebesbekenntnisse erhalten, die viel zu früh geäußert werden. Wenn Sie in den ersten paar Stunden der gemeinsamen Konversation schon Versprechen einer unsterblichen Liebe oder einer Seelenverwandtschaft erhalten, sollten Sie sofort misstrauisch werden. Scammer versuchen, die Beziehung so schnell möglich voranzutreiben, damit Sie sich begehrt fühlen. So erweichen sie Ihr Herz, um möglichst schnell an Ihr Geld zu kommen. Die meisten Plattformen erlauben es Ihnen, solche potenziellen Betrüger zu blockieren und zu melden. Dann übernimmt das Support-Team der App den Fall.

Die Gespräche auf einen anderen Kanal lenken

Ein anderes Warnzeichen ist, dass Betrüger die Konversation schnell auf eine andere Plattform lenken möchten. Dating-Plattformen haben neben der Meldefunktion noch andere Mittel und Wege Betrüger zu erkennen. Um diese zu umgehen, versuchen Betrüger Ihre Handynummer oder E-Mail aus Ihnen herauslocken. Zu diesem Zeitpunkt geben Sie schon zu viele persönliche Informationen preis – an eine Person, die Sie gar nicht richtig kennen. Wenn jemand also zu schnell auf andere Kommunikationswege wechseln möchte, dann werden Sie skeptisch und melden Sie den Nutzer. Gehen Sie besser auf Nummer sicher.

Keine Zeit für ein Treffen

Scammers lieben es, die Identität von Berufsgrupppen anzunehmen, die vertrauenswürdig wirken, aber auch oft und viel im Ausland arbeiten müssen, wie zum Beispiel Militärangehörige, Entwicklungshelfer oder Diplomaten. Das versorgt sie immer mit Ausreden, die im Kontext ihres Berufes glaubwürdig wirken, wie „Ich werde woanders stationiert“ oder „Ich muss zu einem wichtigen Meeting fliegen“. Im Laufe der Beziehung entsteht jedoch der Wunsch nach einem persönlichen Treffen. Aber jedes Mal, wenn Sie ein Date planen, kommt eine neue Ausrede, warum man sich nicht treffen kann – auch wenn man sich auf halben Weg entgegenkommen möchte. Wenn ein Treffen ein paar Mal ins Wasser fällt, dann ist das normal, aber wenn Sie jemand jedes einzelne Mal versetzt, dann sollten Sie skeptisch werden und die Gründe hinterfragen.

Schlechte Grammatik

Viele Datingprofile von Betrügern stellen sie als Intellektuelle mit Universitätsabschlüssen oder, wie gerade angesprochen, mit Berufen dar, die sie öfter ins Ausland führen. Sollte der Gesprächspartner sich daher als Muttersprachler oder weltgewandt ausgeben und trotzdem schlechtes Deutsch sprechen, sollten Sie vorsichtig werden. Natürlich passieren gelegentlich Tippfehler und nicht jeder, den man online trifft, spricht fehlerfreies Deutsch oder Englisch. Wenn Sie sich nicht sicher sind, können Sie Ihrem Gesprächspartner immer Fragen über die Region stellen, aus der er angeblich kommt. Alternativ können Sie auch einen Google-Check durchführen und überprüfen, ob die Angaben stimmen.

Nach Geld fragen

Wenn das Gespräch über längere Zeit läuft, wird ein Scammer Sie nach Geld fragen. Das fängt üblicherweise mit kleinen Summen an, zum Beispiel für eine Autoreparatur oder für Arznei – irgendetwas, dass bei Ihnen nicht unbedingt die Alarmglocken schlagen lässt. Aber wenn mehr Zeit ins Land geht, werden die angefragten Summen immer höher. Oft werden die Bitten von einer rührseligen Geschichte begleitet, zum Beispiel, dass eine unerwartete, große Rechnung bezahlt werden muss oder dass ein Angehöriger schwer krank geworden ist. Oder das Geld wird für ein junges Unternehmen gebraucht, dem es gerade finanziell nicht gut geht. Betrügereien wie diese haben viele schon ihr gesamtes Vermögen gekostet. Aber das ist nur die Spitze des metaphorischen Eisberges: Bis zu 30 Prozent aller Romance-Scam-Opfer wurden als Goldesel benutzt und in manchen Fällen sogar als unfreiwillige Drogenschmuggler, die verbotene Substanzen über die Grenzen brachten und manchmal sogar im Gefängnis landeten, wenn sie erwischt wurden.

Fazit und weise Worte von Amor

Einem Bericht der Federal Trade Commission zufolge ist die Zahl der Opfer eines Romance Scams in den Jahren 2015 bis 2018 von 8500 auf 21000 gestiegen. Diese Statistik zeigt vielleicht nicht das ganze Ausmaß des Problems, da Opfer eines Romance Scams sich oft schämen und nicht offen zugeben wollen, dass sie so betrogen worden. Deshalb ist die Dunkelziffer wahrscheinlich viel höher, da diese Verbrechen nicht oft genug angezeigt werden und Opfer sich nicht äußern möchten. Beziehungen bauen auf Vertrauen auf, aber wenn sie auf einer Dating-Seite oder App beginnen, sollten Sie versuchen, so viele Infos wie möglich auf Richtigkeit zu überprüfen und nicht allem blind zu vertrauen.

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