Tipps zum sicheren Umgang mit Instagram

Tipps zum sicheren Umgang mit Instagram

Instagram ist beliebt. Allerdings bieten gerade öffentliche Profil-Einstellungen ihre Tücken. Wir erläutern einige nützliche Tipps für Instagram-Geeks und Gelegenheits-User.

Instagram ist beliebt. Allerdings bieten gerade öffentliche Profil-Einstellungen ihre Tücken. Wir erläutern einige nützliche Tipps für Instagram-Geeks und Gelegenheits-User.

Für eine bestimmte Peer-Group ist Instagram so etwas wie zu einem Aushängeschild – ja, einer Visitenkarte geworden. Wer durch einen typischen Instagram-Feed scrollt, bemerkt schnell, dass viele Bilder sehr ansehnlich aussehen – sei es die pittoreske Landschaft oder das perfekt ausgeleuchtete, teilweise durch Filter künstlerische anmutende Selfie.

Celebrities geben den Takt vor und überschwemmen die Instagram News-Feeds mit Neid-erweckenden, perfekten Fotos. Damit steigt der Druck auf die Follower. Auch sie möchten sich so gut wie möglich darstellen.

Natürlich stellt sich das Leben in vielerlei Hinsicht gar nicht so ideal dar, wie es uns die Instagram-Posts beweisen wollen. Einige junge Erwachsene sind die perfekten Darstellungen mittlerweile etwas leid und so erstellen sie fake Instagram-Accounts. Paradoxerweise sind die sogenannten privaten Finstergram-Accounts sehr viel näher an der Realität, als die öffentlichen vermeintlich „echten“.


Instagram wartet allerdings noch mit vielen anderen Hürden auf. Deswegen beschäftigt sich dieser Beitrag mit der Privatsphäre und der Sicherheit bei Instagram. Wir erläutern im Folgenden einige nützliche Tipps für Instagram-Geeks und Gelegenheits-User.

Tipps zu Privatsphäre und Sicherheit auf Instagram

Handynummer nicht zum Profil hinzufügen

Beim Editieren des Instagram-Profils besteht die Möglichkeit, im Abschnitt „Private Informationen“, seine Telefonnummer anzugeben. Hier gilt, weniger ist mehr.

Auszug Datenschutzrichtlinie Instagram

Abbildung 1: Auszug Datenschutzrichtlinie Instagram

In der Instagram Datenschutzrichtlinie steht geschrieben, dass selbst wenn die Telefonnummer als privat gekennzeichnet ist, der Nutzer im Instagram-Netzwerk darüber gefunden werden kann.

Der eigene Instagram-Account kann also von jedem gefunden werden, der die dazugehörige Telefonnummer kennt. Wer seine Telefonnummer nicht preisgibt, kann das umgehen.

Allerdings benötigt man die Telefonnummer für die 2-Faktor-Authentifizierung – dazu später mehr.

Screenshot App Instagram - Profil editieren

Abbildung 2: Screenshot App Instagram – Profil editieren

Das private Instagram-Profil

Jeder Instagram-User kann sich entscheiden, ob das Profil öffentlich einsehbar ist oder privat bleibt. Dann erhalten nur akzeptierte andere User (Familie, Freunde oder gute Bekannte) einen Zugriff auf die Inhalte – Fotos, Videos und Profilinformationen.

Wer sein Instagram-Profil auf privat setzen möchte, navigiert zu seinem Profil und klickt auf das Symbol in der oberen rechten Ecke. Am unteren Bildschirmrand erscheint nun der Button „Einstellungen“.

Instagram-Konto auf privat umstellen.

Abbildung 3: Screenshot Instagram App – Instagram-Konto auf privat umstellen

Anders als bei Facebook funktioniert diese Einstellung nach dem Alles-oder-Nichts-Prinzip. Bis jetzt gibt es noch keine Einstellungen, die zumindest einzelne Posts auf privat setzen lassen können bei einem öffentlichen Profil und vice versa.

Instagram selbst macht Fotos und Videos für Suchmaschinen unsichtbar. Durch eine API war es allerdings bislang möglich, dass Drittanbieter-Dienste wie imgrum.org eins-zu-eins-Kopien von öffentlichen Instagram-Profilen ins Netz stellten – dadurch erscheinen auch Instagram-Fotos in der Google-Bildersuche.

Jeder User sollte immer bedenken, dass alles was online gepostet wird – sei es durch eine Webseite oder eine App – nicht einhundert Prozent privat ist.

Sobald ein Service gehackt oder der eigene Account oder der Account eines Freundes kompromittiert wurde, können – vorher noch private Daten – öffentlich werden. Das Internet vergisst selten etwas. Deswegen gilt der Grundsatz: „Poste niemals etwas, was später einmal bereut werden könnte.“ – egal wie privat der Social Media Account zu sein scheint.

Geotagging in Instagram-Fotos

Dieses Feature kann als großartige Erinnerungshilfe für tolle Momentaufnahmen dienen. Wie bei anderen Services ist das Geotagging in Instagram ein zweischneidiges Schwert. Die Funktion ermöglicht das präzise Posten von Aufenthaltsort und Uhrzeit.

Es gibt Szenarien bei denen Instagram-User einen letzten Post vor ihrem Heim absetzen und dann in den Urlaub aufbrechen. Damit signalisieren sie Einbrechern, dass über einen längeren Zeitraum niemand zu Hause sein wird. Sind mit dem Instagram-Account auch noch andere Social Media Konten verknüpft, potenziert sich die Gefahr.

Screenshot App Instagram - Geotagging birgt Gefahren

Abbildung 4: Screenshot App Instagram – Geotagging birgt Gefahren

Instagram mit anderen Social Media Accounts verknüpfen

Social Media Geeks kennen sie alle – Instagram, Facebook, Twitter, … Instagram bietet die Option der Verknüpfung. Instagram-Posts können dann mit nur einem Klick auch auf den anderen Social Media Accounts abgesetzt werden.

Wer diese Option nutzen möchte, sollte sich vorher überlegen, ob die Privatsphären-Einstellungen der anderen Social Media Accounts mit denen von Instagram übereinstimmen. Wir raten alle Privatsphäre- und Sicherheitseinstellungen doppelt zu überprüfen.

Screenshot App Instagram - Verknüpfung mit anderen Social Media Konten

Abbildung 5: Screenshot App Instagram – Verknüpfung mit anderen Social Media Konten

Dubiose Instagram Profil-Links

Eigentlich ist Instagram nicht für Verlinkungen zu anderen (externen) Inhalten bekannt. In der Profilansicht gibt es allerdings die Möglichkeit, einen Link anzugeben. Viele Unternehmens-Profile verlinken beispielsweise auf ein neues Produkt.

Es gibt aber auch dubiose Profile, die tausende neuer Follower versprechen. Man solle nur dem Link im Profil folgen. Wir raten davon ab. Hier handelt es sich aller Wahrscheinlichkeit nach um einen Spam-Link.

Instagram Kommentarfunktion abschalten

Social Media Netzwerke bieten auch sogenannten Trollen und Hate-Speech eine Plattform. Cyber-Mobbing und Cyberbullying gehören leider für viele Betroffene zur Tagesordnung. Im Internet gibt es viele nützliche Quellen, wie Webseiten wie Klicksafecybermobbing-hilfe oder das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend. Sie bieten kostenfreie Hilfe und vermitteln Kontakte von Beratungsstellen.

Wir empfehlen, nicht auf Diffamierungen einzugehen. Instagram bietet zwei Funktionen, um Hate-Speech und Trolling zu unterbinden. Einerseits lassen sich Kommentare für Posts ausschalten. Dazu navigiert man in der Instagram App während der Beitragserstellung zu den erweiterten Einstellungen und deaktiviert dort die Kommentare.

Screenshot Instagram App - Kommentare für Beitrag deaktivieren

Abbildung 6: Screenshot Instagram App – Kommentare für Beitrag deaktivieren

Letzten Endes können Instagram-Profile, von denen Cybermobbing aus betrieben wird, auch blockiert und gemeldet werden. Dazu klickt man im betreffenden Profil auf die drei Punkte oben rechts (iPhone = Zahnrad) und wählt Blockieren bzw. Melden… . Eine Übersicht alle bisher gesperrten Instagram-Profile erhält man über: Einstellungen > Privatsphäre und Sicherheit > Blockierte Konten.

Screenshot Instagram App – Konto melden bzw. blockieren

Abbildung 7: Screenshot Instagram App – Konto melden bzw. blockieren

Instagram 2-Faktor-Authentifizierung nutzen

Dieses Sicherheitsfeature verhindert, dass unbefugte Zugriff zum Instagram-Account erlangen. Ist die zweistufige Authentifizierung aktiviert, wird bei der Anmeldung mit einem unbekannten Gerät neben Benutzernamen und Passwort, ein zusätzlicher Authentifizierungsfaktor verlangt – hier bildet das eigene Smartphone diesen zusätzlichen Faktor. Wenn jemand fremdes über die Login-Daten verfügt, bekommt er trotzdem keinen Zugriff auf das Konto, da ihm der Zugriff zum verknüpften Smartphone fehlt. Auf der Instagram-Hilfeseite erfahren die User ausführlich, wie sie die 2-Faktor-Authentifizierung einrichten.

Wir empfehlen das zusätzliche Sicherheitsfeature zu aktivieren – das gilt auch für andere Social Media Accounts.

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