Webcams und Router im Fadenkreuz von Cyber-Kriminellen

Massenüberwachung, gestohlene Daten, Passwörter und Missbrauch von sensiblen Informationen – Im digitalen Zeitalter muss man sich über all diese Dinge den Kopf zerbrechen. Dabei wollen die meisten nur durch das Web surfen und eventuell ihren Einkauf online erledigen. Doch lauert schon an der nächsten Ecke eine bösartige Malware, die nur darauf wartet, dass Surferlebnis zu trüben.

Immer wieder tauchen Nachrichten aus der Cyber-Welt auf, die einen schaudern lassen. Vor zwei Jahren etwa erschien eine Webseite, auf der Live-Übertragungen von nicht weniger als 70.000 unsicheren Webcams miterlebt werden konnten – Insecam.org. Damals konnten Hinterhöfe von Firmen, Restaurants, Schulen, sowie tausende Privathäuser im Web von neugierigen Menschen angesehen werden.

Die heutige Zahl der übertragenden Webcams reicht noch gerade so an ein Fünftel der vorhergehenden heran. Zudem enthält die Streaming-Liste keine privaten Wohnräume mehr. Dennoch hat dieser Vorfall gezeigt, wie ungeschützt Geräte mit Internetzugang sein können.

Mehr Videos, größere Verwundbarkeit

Videos sind der Renner im Internet. Unbeschreiblich viele Tutorials zu diversen Themen finden sich beispielsweise auf YouTube. Aber auch die Videotelefonie ist in der Gesellschaft angekommen und kann sogar von unterwegs aus mit dem Smartphone betrieben werden. Dafür schaltet man einfach die Frontkamera ein.

Doch hat diese Technologie zwei Seiten. Zum einen trägt sie zur Kommunikation zwischen Leuten bei. Zum anderen führt diese technische Errungenschaft dazu, dass Menschen in ihren intimsten Momenten aufgezeichnet werden können. Es sind einige öffentliche Fälle von Sextortion durch Erpresser bekannt. Selbst Kinder bleiben davon nicht verschont.

Anfälligkeit von Routern

Natürlich sind mit dem Internet noch mehr Geräte verbunden. Für manche mag es banal klingen, doch auch Router gehören dazu. Viele dieser kleinen Geräte sind gegen Cyber-Attacken nur unzureichend geschützt. Die Spannweite eines möglichen Missbrauchs eines gehackten Routers reicht vom Rauben der Bandbreite, bis hin zum Einbinden des Geräts in ein mächtiges Bot-Netzwerkes und dem Starten von ferngesteuerten DDoS-Attacken gegen Ziele im Internet.

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Ehrlich gesagt, wird es Angreifern oft zu leicht gemacht. Sind die Login-Daten vom Router noch auf Werkseinstellungen eingestellt, kann jeder auf das Gerät zugreifen. Die meisten Standard-Logins sind im Internet zu finden. Solche Geräte sind leichte Beute für Cyber-Kriminelle. Eine zuverlässige Sicherheitslösung kann Missbrauch durch Malware verhindern und dabei helfen, die eigenen Schwachstellen zu erkennen und zu beheben.

Sicherheitslösungen

Also, welche Dinge müssen jetzt in Angriff genommen werden? Anfänger können zunächst einmal ihre Webcam abkleben. Zumindest solange, bis sie sicher sind, dass eine zuverlässige Antiviren-Lösung auf dem PC oder Laptop läuft. Selbst Facebook CEO Mark Zuckerberg oder der FBI Direktor James Comey gehen auf Nummer sicher und kleben ab.

Der Router findet meistens keine so große Beachtung. Er soll möglichst aus dem Blickfeld der Wohnung verschwinden. Wie sagt man so schön: Aus dem Auge, aus dem Sinn. Genauso ist es bei diesen Geräten – nach dem Anschließen werden sie vergessen. Dabei sollte man mindestens eine Sache beachten: Standard-Logins unbedingt durch sichere Anmeldedaten ersetzen. Für Angreifer ist es sonst zu einfach, die Router für ihre bösen Absichten zu missbrauchen.

Autor , ESET