Windows XP: Das Zombie-OS “lebt”

Zwei Jahre ist es nun her, seitdem Microsoft die Bereitstellung von Updates für das Rekord-Betriebssystem Windows XP eingestellt hat.

Trotz der Tatsache, dass während der zwei Jahre keine Sicherheits-Updates oder Patches für die Nutzer bereit gestellt wurden (von einigen Industrielösungen abgesehen), läuft das System noch auf fast jedem zehnten Computer weltweit.

Andererseits ist die Anzahl schon deutlich niedriger als im Vergleich zum 8. April 2014, als Microsoft einen der umstrittensten Schritte in der Computergeschichte wagte.

Zu diesem Zeitpunkt wurden noch etwa ein Viertel (27,7%) aller Computer weltweit mit Windows XP betrieben und viele Benutzer waren nicht wirklich daran interessiert, ein Upgrade vorzunehmen. Auch Monate nach dem Ende der Plattform (EOL) im Mai 2014 sind nur etwa 2,4 % auf Windows 7 oder Windows 8 umgezogen.

„Auch wenn Windows XP bis auf einen Bruchteil seines ursprünglichen Marktanteils – 8-11 % weltweit und etwas höher in den Schwellenländern – gesunken ist, bleibt es dennoch in Gebrauch.“ So kommentiert ESETs angesehener Forscher Aryeh Goretsky die aktuellen Statistiken über das alte Microsoft Betriebssystem.

Für XP-Loyalisten gibt es dennoch einige gute Gründe, endlich Abschied vom alten Betriebssystem zu nehmen:

  • Windows folgte 2014 seinem anderen Versprechen, die Unterstützung für ältere Internet Explorer Versionen ab Januar 2016 zu beenden, einschließlich der Version 6.0 – dem Web-Browser der standardmäßig unter Windows XP lief.
  • Man sollte auch daran denken, dass durch die immer neuen Schwachstellen nicht nur das eigene Betriebssystem gefährdet ist, sondern es auch andere sind. Nach Goretsky dienen Computer mit Windows XP „als Sprungbretter für Angriffe auf andere Systeme. Auch wenn Benutzer diese ungepatchten, nicht unterstützten Systeme schützen, ist es doch bedeutender, zu einer neueren und sicheren Versionen von Windows zu wechseln.“
  • Zu allererst sind PCs ohne Windows Update für alle Arten von bösartigem Code anfällig, sodass Daten und Informationen einfach beschädigt oder gestohlen werden können. Auch wenn eine aktuelle und zuverlässige Sicherheits-Software auf dem Rechner installiert ist, kann ein ausreichender Schutz kaum gewährleistet werden, weil nicht gemeldete Schwachstellen das System gefährden können oder nicht erkannt werden.
  • Zudem verlassen auch andere Software-Anbieter langsam die Plattform. Ein prominentes Beispiel ist Google Chrome. „Diesen älteren Plattformen fehlen wichtige Sicherheitsupdates und sie besitzen ein großes Potenzial, durch Viren und Malware infiziert zu werden“, heißt es in einem Blogpost zum Ende der Unterstützung für Windows XP und anderen älteren Betriebssystemen.
  • Das wird wahrscheinlich nicht der letzte Anbieter sein, der solche Entscheidungen fällen wird und immer neue Zero-Day-Schwachstellen (CVE Nummerierung wurde von den Zuständigen nur bis April 2014 verfolgt) veranlassen Unternehmen dazu, Windows XP noch schneller zu ersetzen.

Wer ein alternatives Betriebssystem zu Windows XP sucht, sollte den Blogpost „Lohnt sich der Wechsel zu Windows 10“ auf welivesecurity.com lesen. Der Blick in das Whitepaper von Aryeh Goretsky zu Windows 10 hilft zusätzlich beim Treffen von fundierten Entscheidungen.

Autor , ESET