USA: Neue Behörde zum Schutz vor Cyberbedrohungen

Wie die Washington Post berichtet, hat die US-Regierung eine neue Behörde namens Cyber Threat Intelligence Integration Center ins Leben gerufen. Sie soll sich dem Kampf gegen Cyberbedrohungen wie Hackerangriffen und Attacken gegen die digitale Infrastruktur widmen und ist dem National Counterterrorism Center (NCTC) nachempfunden, das nach den Anschlägen vom 11. September 2001 gegründet wurde.

Die Idee, eine solche Behörde zu gründen, ist nicht neu. Doch angesichts der steigenden Bedrohung durch Internetkriminalität wird sie nun akut. Cyberangriffe gegen US-Firmen und -Organisationen gehören beinahe zur Tagesordnung. Erst in der vergangenen Woche wurde bekannt, dass die zweitgrößte US-Krankenversicherung Anthem Opfer eines Hackerangriffs wurde, im Zuge dessen 80 Millionen Kunden- und Mitarbeiterdaten gestohlen wurden. Und auch die Attacke gegen Sony Pictures Entertainment Ende letzten Jahres hatte für einen großen Wirbel gesorgt. Offensichtlich war dieser Vorfall ausschlaggebend für die Realisierung der neuen Behörde.

Die Hauptaufgabe des Cyber Threat Intelligence Intergration Centers wird es sein, die nachrichtendienstlichen Erkenntnisse anderer Behörden miteinander zu verbinden. So soll es unter anderem darum gehen, den Datenaustausch zwischen FBI, CIA und NSA, aber auch zwischen privaten Unternehmen und der Regierung auszubauen, bessere Spionageabwehrtechniken zu entwickeln und mehr Schulungen zu Cyber-Themen für Regierungsmitarbeiter anzubieten.

„Cyberbedrohungen gehören zu den größten Bedrohungen, denen wir ausgesetzt sind und Entscheidungsträger sowie Betreiber werden von einer schnellen Informationsquelle profitieren”, erklärte Lisa Monaco, Beraterin des US-Präsidenten Barack Obama für innere Sicherheit und Terrorismusbekämpfung, der Washington Post. „Das wird sicherstellen, dass uns derselbe integrierte Ansatz, den wir für die Bekämpfung des Terrorismus entwickelt haben, auch für Cyberbedrohungen zur Verfügung steht.”

Kritiker merken allerdings an, dass es bereits existierende Regierungseinrichtungen gebe, die Informationen über potenzielle Cyberbedrohungen sammeln und analysieren und deshalb keine neue Behörde notwendig sei.

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Autor , ESET