eBay-Betrug: Wie du dich vor gängigen Gaunereien schützt

Auf eBay Schnäppchen zu ergattern oder selbst Dinge zu verkaufen, kann eine gute Sache sein. Aber damit sind auch Risiken verbunden. Im Folgenden beschreiben wir euch die gängigsten eBay-Betrüge und geben euch Tipps an die Hand, mit denen ihr euch vor ihnen schützen könnt.

eBay-Betrug Nr. 1: So teuer kann ein Foto sein

So funktioniert’s:

Der vielleicht ärgerlichste – und auch unglaublichste – eBay-Betrug sorgte im vergangenen Jahr gleich zweimal für große mediale Aufregung in Großbritannien. Verkäufer bieten ein beliebtes Produkt an – z.B. eine Xbox One oder ein MacBook – und senden dem Käufer, der die Auktion gewinnt, dann ein ausgedrucktes Foto der Ware zu. Danach behaupten sie, dass es bei dem Angebot die ganze Zeit um dieses Bild ging.

Was du tun kannst:

Lies dir das Angebote aufmerksam durch. Außerdem solltest du immer misstrauisch sein, wenn ein brandneues Gerät zum Spottpreis angeboten wird – ein Merkmal auch bei den oben genannten Fällen. Eine Überprüfung des Anbieters – seit wann ist er auf eBay aktiv, wie viele Angebote hat er bereits online gestellt – kann ebenfalls aufschlussreich sein. Jemand, der ein unbeschriebenes Blatt zu sein scheint, könnte sich nur registriert haben, um eine Abzocke durchzuführen. Glücklicherweise hat eBay Opfern eines solchen Betrugs das Geld in der Regel zurückerstattet.

eBay-Betrug Nr. 2: Die gefälschte PayPal-Benachrichtigung

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So funktioniert’s:

Du hast einen Gegenstand verkauft und erhältst daraufhin eine E-Mail von PayPal, in der bestätigt wird, dass der Käufer bezahlt hat. Du schickst ihm also ordnungsgemäß die Ware zu, schaust ein paar Tage später auf dein PayPal-Konto und stellst fest: Weit und breit kein Geld – die E-Mail war gefälscht und die Zahlung hat nie stattgefunden.

Was du tun kannst:

Vertraue nicht nur der E-Mail, sondern überprüfe zudem dein PayPal-Konto direkt. Klicke hierfür nicht auf Links aus der E-Mail, sondern rufe die PayPal-Seite separat auf. Ein weiterer Hinweis darauf, dass es sich um einen Betrug handelt, ist, dass die PayPal-Nachricht kommt, bevor du von eBay über den Verkauf informiert wurdest. Zudem solltest du die E-Mail genauestens überprüfen, einschließlich der Absender-Adresse – weil eBay- und PayPal-Nachrichten automatisiert sind, ist es allerdings nicht ganz so leicht, eine echte E-Mail mit von einem Fake zu unterscheiden.

eBay-Betrug Nr. 3: Das doppelte Auto

So funktioniert’s:

Du kaufst ein Auto und der Anbieter will dich überreden, die Bezahlung außerhalb von eBay durchzuführen. Du willst das Auto unbedingt haben und lässt dich deshalb auf den Vorschlag ein. Du bezahlst also und machst dich auf, dein neues Gefährt abzuholen. Beim Autohändler angekommen, musst du feststellen, dass das angebotene Auto zwar existiert, der Verkäufer Vorort allerdings keine Ahnung hat, wer du bist. Er sagt, dass das Auto bei eBay gar nicht zum Verkauf angeboten wurde oder aber, dass niemand dafür gezahlt hat. Es stellt sich also heraus, dass dein eBay-Anbieter ein echtes Angebot – entweder von eBay oder einer anderen Seite für Second-Hand-Autos – nachgeahmt hat und nun mit deinem Geld über alle Berge ist.

Was du tun kannst:

Tipp Nummer eins lautet: Bezahle bei der Abholung. Zuvor solltest du zudem das Profil des Anbieters genauestens untersuchen – ist es ganz neu? Wie ist das Feedback von anderen Nutzern? Außerdem solltest du den Anbieter kontaktieren und nach zusätzlichen Bildern und Details zum Auto fragen – bei allen Informationen, die im echten Angebot nicht angegeben werden, wird er dir nicht weiterhelfen können.

eBay-Betrug Nr. 4: Die erzwungene Rückerstattung

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So funktioniert’s:

Du verkauft ein gängiges Gerät – beispielsweise ein iPhone. Ein Käufer gewinnt die Auktion, bezahlt und du versendest die Ware. Soweit, so gut. Dann meldet sich der Käufer allerdings mit einem Bild von einem iPhone mit kaputtem Display bei dir und behauptet, du hättest ihm ein defektes Gerät verkauft oder es sei durch den Versand beschädigt worden. Der Nutzer beschwert sich bei eBay. Dein Wort steht gegen seins. eBay wird sich vermutlich auf die Seite des Käufers schlagen (das nennt sich eBay-Käuferschutz) und dich auffordern, das Geld zurückzuerstatten.

Was du tun kannst:

Ein schwieriger Fall – wenn es bereits so weit gekommen ist, ist es zu spät. Vorbeugung ist hier die beste Verteidigung: Wertvolle und zerbrechliche Gegenstände solltest du immer mit einer Versicherung gegen Transportschäden verschicken, für die der Käufer aufkommt. Zudem ist es möglich, bei einem Angebot anzugeben, dass keine Rückerstattung möglich ist, allerdings werden ehrliche Käufer hierdurch unter Umständen abgeschreckt.

eBay-Betrug Nr. 5: Ey Mann, wo is‘ mein Auto?

So funktioniert’s:

eBays Käuferschutz gilt nicht bei Kraftfahrzeugen – es gibt also nichts, was einen skrupellosen Verkäufer davon abhält, einfach mit deinem Geld zu verschwinden, wenn du im Voraus für ein Auto gezahlt hast.

Was du tun kannst:

Der erste und simpelste Tipp lautet: Bezahle, wenn du das Auto abholst. Es sollte dich stutzig machen, wenn ein Verkäufer darauf besteht, dass du im Voraus zahlst. Lass dich weder davon noch von dem guten Angebot um den Finger wickeln.

eBay-Betrug Nr. 6: Der gehackte PayPal-Account

So funktioniert’s:

Du verkaufst etwas Wertvolles – vielleicht etwas Großes, das du nicht so gut per Post versenden kannst. Der Käufer arrangiert also eine persönliche Abholung, bezahlt jedoch zuvor über PayPal. Du denkst, dass das Geld sicher auf deinem Konto ist und überreichst dem Käufer die Ware. Am nächsten Tag wirst du allerdings von PayPal informiert, dass die Transaktion rückgängig gemacht wurde. Denn das Geld kam nicht von dem vermeintlichen Käufer, sondern von einem gehackten PayPal-Account.

Was du tun kannst:

Ganz einfach: Bestehe darauf, dass der Käufer bei der Abholung in bar bezahlt. Lass dich nicht von einer sofortigen Bezahlung locken; Bargeld lässt sich schwieriger fälschen.

eBay-Betrug Nr. 7: Die Planänderung

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So funktioniert’s:

Du verkaufst etwas und gibst dabei an, dass die Ware per Versand verschickt wird. Nach dem Verkauf ruft dich der Käufer an und sagt, dass er die Ware lieber persönlich abholen möchte, da er sich sowieso gerade in der Gegend aufhält. Die Person bezahlt dennoch über PayPal und ihr vereinbart, dass du ihm die Versandkosten erstattest, wenn ihr euch trefft. Die Übergabe verläuft ohne Probleme, doch der Käufer reicht wenige Tage später eine Anfrage zur Rückerstattung ein mit der Begründung, die Ware nie erhalten zu haben. eBay und PayPal haben Aufzeichnungen über Transaktionen mit Postversand und fordern deshalb von dir den Beweis, dass du das Paket versendet hast. Diesen kannst du natürlich nicht liefern und so bist du gezwungen, dem Käufer das Geld zurückzuzahlen – einschließlich der Versandkosten, die du ihm zuvor bereits gegeben hattest.

Was du tun kannst:

Bleibe beim ursprünglichen Plan – sende dem Käufer das Paket wie zuvor abgemacht zu. Und wenn du dich doch auf eine Planänderung einlässt und die Ware persönlich überreichst, stell sicher, dass dies schriftlich festgehalten wird. Um ganz sicher zu gehen, kannst du den Käufer bitten, ein Foto von ihm mit der Ware machen zu dürfen.

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Autor , ESET