Bitte löschen: Peinliche Fotos auf Facebook & Co.

In Bezug auf soziale Netzwerke ist das Thema Privatsphäre so etwas wie ein Ohrwurm – und zwar nicht nur, wenn es um den Umgang mit Nutzerdaten durch den jeweiligen Anbieter geht, sondern auch, weil sich auf diesen Plattformen jeder als öffentliche Person inszenieren kann. Über Ländergrenzen hinweg sind wir in der Lage, uns mit anderen Menschen auszutauschen und unsere Gedanken, Sorgen und Wünsche publik machen.

Solange die Entscheidung bei jedem selbst liegt, wer was über uns erfährt, kann dies eine gute Sache sein. Wenn wir allerdings die Kontrolle über die Verbreitung von privaten Inhalten verlieren, hat das unschöne Folgen. Ein extremes Beispiel sind natürlich die vor einiger Zeit veröffentlichten Nacktbilder von Jennifer Lawrence und anderen Stars. Aber auch für Otto Normalverbraucher können peinliche Partyfotos oder beleidigende Beiträge zum Ärgernis werden.

In diesem Artikel wollen wir euch dabei helfen, Herr der Lage zu bleiben, was über euch veröffentlicht wird und wer von euch geteilte Inhalte sehen kann. Dazu werden wir euch eine Schritt-für-Schritt-Anleitung für Facebook geben und euch darüber hinaus mit den wichtigsten Links für Twitter, Instagram und Google+ versorgen.

Markierungen auf Bildern anderer

Bei den meisten sozialen Netzwerken ist es möglich, andere Nutzer auf einem Foto oder in einem Kommentar zu markieren und damit auf dessen Profil zu verlinken. Nun kann es natürlich vorkommen, dass du bei einem bestimmten Beitrag nicht damit einverstanden bist, erwähnt zu werden. Sei es aus so banalen Gründen, dass du dir auf einem Foto nicht gefällst oder aber, weil ein Nutzer dich bloßstellen will. Sowohl bei Facebook, Twitter, Instagram als auch Google+ hat man die Möglichkeit, solche Markierungen zu entfernen.

Auf Facebook klicke hierfür beim entsprechenden Beitrag oben rechts auf den Pfeil und wähle dann die Option „Markierung entfernen“:

 Facebook_Markierung_entfernenSocial_Media_Facebook_01a

Anleitungen für Twitter, Instagram und Google+ findest du unter den folgenden Links:

Missbräuchliche Inhalte melden

Es kann auch sein, dass dir die Entfernung einer Markierung nicht ausreicht und du möchtest, dass ein Foto oder Beitrag, den jemand auf deine Pinnwand gepostet hat (ohne, dass du darauf markiert wurdest), komplett gelöscht wird. Härtefälle sind beispielsweise pornografische Inhalte oder Hassbotschaften. Als Erstes ist es ratsam, den Nutzer, der den entsprechenden Inhalt veröffentlicht hat, darauf anzusprechen und ihn zu bitten, den Beitrag zu entfernen. Falls er dieser Aufforderung nicht nachkommt, hast du die Möglichkeit, den Anbieter des sozialen Netzwerks zu kontaktieren und ihm den unangemessenen Inhalt zu melden.

Möchtest du bei Facebook ein Foto melden, auf dem du markiert wurdest, klicke zunächst wieder auf den Pfeil oben rechts bei dem Beitrag und wähle diesmal die Option „Mir gefällt dieser Beitrag nicht“:

Facebook_Beitrag_melden

Daraufhin öffnet sich ein Fenster, worin du den Grund angibst, weshalb das Foto entfernt werden soll. Hier hast du verschiedene vorgegebene Wahlmöglichkeiten. Bei ernsten Fällen empfehlen wir, die Option „Es sollte meiner Meinung nicht auf Facebook sein“ zu wählen und dann auf „Weiter“ zu klicken.

Facebook_Beitrag_melden_2

Daraufhin öffnet sich erneut ein Fenster, worin du konkretere Angaben zur gewünschten Entfernung machen kannst. Wähle die zutreffende Option und klicke auf „Weiter“.

Facebook_Foto_melden

Die Auswahlmöglichkeiten für die Angabe deiner Gründe hängen davon ab, ob du ein Foto bzw. einen Beitrag meldest, in dem du markiert wurdest oder einen Post auf deiner Pinnwand, auf dem du nicht markiert wurdest. Handelt es sich um letzteres, erscheint das folgende Fenster:

Facebook_Beitrage_melden

Anleitungen für Twitter, Instagram und Google+ findest du unter den folgenden Links:

Sichtbarkeit einschränken

Auch bei Fotos oder Kommentaren, die man selbst veröffentlicht, sollte man immer daran denken, für welchen Personenkreis sie bestimmt sind. Lustige Fotos der letzten Party teilt man gern mit Freunden, aber zukünftige Arbeitgeber sollten sie vielleicht besser nicht sehen. Und auch generell kann man sich fragen, ob man wirklich will, dass sich jeder x-beliebige Mensch die Fotos oder Kommentare auf dem eigenen Profil anschauen kann.

Möchtest du einen Beitrag teilen, hast du immer die Möglichkeit festzulegen, wer diesen sehen darf. Dazu musst zu zunächst in das Feld klicken, in dem du den Text eingibst. Dann kannst du auf die Option links neben „Posten“ klicken. Daraufhin öffnet sich ein Menü mit den Optionen „Öffentlich“ oder „Freunde“. Möchtest du die Sichtbarkeit noch konkreter bestimmen, klicke auf  „Weitere Operationen“. Unter „Benutzerdefiniert“ kannst du einzelne Personen definieren, die den Beitrag sehen sollen oder auch einzelne Personen ausschließen:

Facebook_Sichtbarkeit

Zudem lohnt es sich, darüber nachzudenken, welche Personen generell dein Profil sehen dürfen. Dazu musst du in der Hauptmenü-Zeile oben auf Facebook auf den blau hinterlegten Pfeil und dann auf „Einstellungen“ klicken.

Facebook_Sichtbarkeit_generell

Wähle in den Einstellungen dann die Option „Chronik und Markierungen“. Hier hast du nun unter dem Bereich „Wer kann Inhalte meiner Chronik sehen?“ verschiedene Möglichkeiten, die Sichtbarkeit deines Profils einzuschränken. Und um die Kontrolle darüber zu behalten, wer dich in einem Beitrag markiert, kannst du Beiträge überprüfen, bevor sie in deiner Chronik erscheinen. Klicke hierzu einfach neben der Option „Möchtest du die Beiträge überprüfen, in denen du von Freunden markiert wurdest, bevor sie in deiner Chronik erscheinen“ auf „Bearbeiten“, um diese Funktion zu aktivieren:

Facebook_Sichtbarkeit_generell_2

Anleitungen für Twitter, Instagram und Google+ findest du unter den folgenden Links:

Mit diesen Einstellungen könnt ihr die Kontrolle über eure Privatsphäre behalten. Generell lohnt es sich, bei Facebook einmal durch die Einstellungen zu stöbern und sich darüber zu informieren, welche Möglichkeiten das soziale Netzwerk bezüglich der Privatsphäre- und Sicherheitseinstellungen bietet. Natürlich kann eine solche Auseinandersetzung viel Zeit in Anspruch nehmen, aber angesichts einer potenziell bösen Überraschung, lohnt sich der Aufwand. Wenn ihr Fragen oder weitere Anregungen habt, hinterlasst gern einen Kommentar.

Picture Credits: ©blu-news.org/Flickr

Autor , ESET