FBI verhaftet Betreiber der Online-Drogenbörse Silk Road 2.0

Das FBI hat gestern gemeldet, dass es in Zusammenarbeit mit Homeland Security Investigations (HSI) den Betreiber der illegalen Online-Drogenbörse Silk Road 2.0 am Mittwoch in San Francisco verhaften konnte. Damit erliegt der 26-jährige Blake Benthall dem gleichen Schicksal wie Ross Ulbricht, der bereits im Oktober 2013 wegen seiner Administratorfunktion bei der Vorgänger-Seite Silk Road festgenommen wurde.

Bei beiden Seiten handelt es sich um Portale, in denen Nutzer anonym Substanzen wie Heroin und Kokain sowie andere illegale Güter und Dienstleistungen anbieten und kaufen konnten. Nach der Festnahme von Ulbricht vor rund einem Jahr wurde die Webseite von den amerikanischen Behörden aus dem Netz genommen. Doch nur wenige Wochen später erschien Silk Road 2.0, die seit Dezember 2013 von Benthall unter dem Pseudonym „Defcon“ geleitet wurde.

Wie das FBI berichtet, befanden sich rund 150.000 aktive Nutzer in dem Portal, die durchschnittlich ca. acht Millionen Dollar pro Monat umsetzten. Benthall sieht nun einer Anklage entgegen, in der er des Drogenhandels und Computer-Hackings sowie der Geldwäscherei und Dokumentenfälschung beschuldigt wird. Im Falle einer Verurteilung muss er mit einer langjährigen Haftstrafe rechnen. Silk Road 2.0, die im TOR-Netzwerk gehostet wurde, konnte nun ebenfalls von den Behörden abgeschaltet werden.

Aus dem Bericht geht hervor, dass Benthall durch eine gemeinsame Undercover-Aktion von FBI und HSI überführt werden konnte. Ein HSI-Mitarbeiter konnte sich in den Kreis der Belegschaft einschleusen und hier Zugang zu privaten, eingeschränkten Bereichen der Seite gelangen.

Mit der Festnahme ist dem FBI ein wichtiger Schlag gelungen, der anderen Drogenbörsen im Darknet und Cyberkriminalität allgemein als Abschreckung dient. Staatsanwalt Preet Bharara erklärte: „Damit das klar ist – diese Silk Road, egal in welcher Form, führt direkt ins Gefängnis.“ Und für diejenigen, die mit dem Gedanken spielen, Silk Road 3 ins Leben zu rufen, findet er ebenfalls klare Worte: „Denjenigen, die in die Fußstapfen der vermeintlichen Cyberkriminellen treten wollen, sei gesagt, dass wir so oft wie nötig wiederkehren werden, um diese schädlichen, kriminellen Online-Basars stillzulegen.“

Wie Wired berichtet, folgte Benthalls Festnahme und der Abschaltung von Silk Road 2.0 die Neuigkeit, dass die irische Polizei im Zuge einer Operation namens „Onymous“ zwei Verdächtigte in Dublin festgenommen habe, die ebenfalls des Online-Drogenhandels schuldig seien. Laut Artikel habe ein FBI-Sprecher bestätigt, dass die Festnahmen in Zusammenhang stehen. Offenbar handelt es sich bei Operation Onymous um eine gemeinsame Initiative von FBI und Europol, um gegen globale Aktivitäten im Darknet vorzugehen.

Autor , ESET