Mehr Privatsphäre: Der neue Messenger der Deutschen Post

Die Deutsche Post tritt in Konkurrenz zu WhatsApp. Mit der neuen Messenger-App SIMSme will das Unternehmen eine sicherere Alternative zum amerikanischen Dienstanbieter schaffen. Seinen Nutzern verspricht die Deutsche Post vor allem eines: Privatsphäre.

SMS schreiben war einmal. Wer heute Nachrichten, Bilder oder Videos verschicken will, nutzt einen Instant Messenger. Es gibt viele Alternativen – Viber, Telegram, das neue ICQ –, aber der beliebteste Anbieter ist wohl WhatsApp. Doch schon oft stand hierbei die Sicherheit der übermittelten Inhalte im Fokus der Kritik. Und seit der Übernahme des Dienstes von Facebook Anfang des Jahres gibt es noch mehr Diskussionspotenzial, da viele Anwender dem Umgang des sozialen Netzwerks mit der Privatsphäre seiner Nutzer kritisch gegenüberstehen.

Die Deutsche Post tritt nun in Konkurrenz zum amerikanischen Giganten und bietet einen eigenen Instant-Messenger an, der seinen Nutzern eine sichere Ende-zu-Ende-Verschlüsselung verspricht. Soll heißen, dass Informationen auf dem Handy des Senders mit dem als sicher geltenden Verfahren AES-256 verschlüsselt werden. Bei der Übertragung an den Empfänger werden die Nachrichten SSL-verschlüsselt. Um diese lesen zu können, benötigt der Empfänger den entsprechenden Schlüssel. „Niemand kann mitlesen. Nicht einmal wir“, heißt es auf der offiziellen SIMSme-Seite.

Im Gegensatz zu anderen Diensten müssen Nutzer in den Allgemeinen Geschäftsbedingungen keine Zustimmung dazu erteilen, dass die versendeten Inhalte über andere Kanäle verbreitet werden dürfen. „Bei SIMSme behält der Nutzer seine Rechte“, erklärte Marco Hauprich, Senior Vice President Mobile & New Media bei der Deutschen Post gegenüber der Nachrichtenagentur dpa. Die Kommunikation wandert zudem nur über deutsche Server und wird nach Angabe des Unternehmens „nach der Zustellung beim Empfänger von den Servern gelöscht.“ Hierdurch werden Nutzer zusätzlich vor unrechtmäßigen Lauschangriffen geschützt. Neben der Verschlüsselung bieten der Passwortschutz sowie die Möglichkeit, die eigenen Kontakte per QR-Code Scan auf ihre Identität hin zu überprüfen weitere Sicherheitsmechanismen.

Die SIMSme-App ist kostenlos. Zudem bietet die Deutsche Post für einmalig 89 Cent eine Selbstzerstörungsfunktion an. Ähnlich wie beim Telegram Messenger können Nutzer mithilfe dieser Funktion besonders wichtige Nachrichten löschen. Hierzu können sie entweder einen Countdown einrichten oder aber ein Verfallsdatum auswählen.

Vor allem für Leute, die sich von Facebook oder WhatsApp distanziert haben, weil sie sich Sorgen um ihre Privatsphäre machen, könnte SIMSme eine gute Alternative sein. Die Deutsche Post hofft, unter anderem mithilfe ihrer rund 480.000 Mitarbeiter weltweit eine möglichst große Nutzerbasis aufbauen zu können. Diese werden dazu angeregt, die App im Bekanntenkreis zu bewerben. Bei einer weiten Verbreitung, so die Hoffnung des Unternehmens, könnten dann auch Business-Kunden wie Banken gewonnen werden, für die SIMSme eine sichere Kommunikation mit ihren Kunden darstellt.

Picture Credits: ©Nguyen Hung Vu/Flickr

Autor , ESET