Facebook-Betrug missbraucht Robin Williams‘ Tod

Wieder einmal treiben Facebook-Betrüger ihr Unwesen. Diesmal nutzen sie den tragischen Tod des Schauspielers und Komikers Robin Williams als Köder.

Vielleicht hast du schon bemerkt, dass einer deiner Facebook-Freunde den Link geteilt hat. Es handelt sich um ein vermeintliches Video, das vorgibt, Robin Williams in den letzten Momenten seines Lebens zu zeigen.

Viele begehen den Fehler, diesen Link ernst zu nehmen – schließlich haben andere Freunde und Bekannte auf Facebook ihn bereits geteilt – und klicken ihn an. Tatsächlich handelt es sich aber um einen einfachen Social Engineering Trick, mit dem die Verantwortlichen Geld machen wollen. Der Link sieht wie folgt aus:

ESET_Robin_williams_1

ROBIN WILLIAMS VERABSCHIEDET SICH MIT SEINEM TELEFONVIDEO VOR SELBSTMORD

Wenn du auf den Link klickst, wirst du auf eine Seite außerhalb von Facebook geleitet, in der wiederum das vermeintliche Smartphone-Video angepriesen wird. Dieses soll der preisgekrönte Schauspieler nur wenige Minuten vor seinem Tod gemacht haben:

ESET_Robin_williams_2
EXKLUSIVES VIDEO: ROBIN WILLIAMS VERABSCHIEDET SICH MIT SEINEM TELEFON, BEVOR ER SICH MIT EINEM GÜRTEL ERHÄNGT UND MIT EINEM TASCHENMESSER DIE PULSADERN AUFSCHNEIDET. MIT DEM VIDEO KANN ER IMMER NOCH ALLE ZUM LACHEN BRINGEN, ABER AM ENDE HEULT MAN SICH DIE AUGEN AUS.

Man könnte meinen, dass man ziemlich makaber sein muss, um an dieser Stelle fortzufahren. In Wahrheit hat uns das Internet aber abgestumpft. Immer wieder werden wir dazu angeregt, uns solche unschönen Dinge über unseren Rechner anzuschauen.

Davon einmal abgesehen existiert das Video gar nicht. Wenn du den Link anklickst, wirst du zunächst aufgefordert, ihn auf Facebook zu teilen. Damit sollen deine Freunde und Bekannte dazu gebracht werden, deinem Beispiel zu folgen. Als nächstes sollst du eine Online-Umfrage ausfüllen:

ESET_Robin_williams_3

Und genau hier liegt der Sinn und Zweck des Betrugs.

Ziel der Betrüger ist es, so viele Menschen wie möglich dazu zu bekommen, die Umfrage auszufüllen. Denn für jede ausgefüllte Umfrage klingelt es in ihren Kassen. Die Skrupellosigkeit der Verantwortlichen ist bemerkenswert. Gedanken über den Kummer der Familie, die Williams hinterlässt, scheinen sie sich jedenfalls nicht zu machen.

Jeder Facebook-Nutzer kann dazu beitragen, solchen Betrügern das Geschäft zu vermiesen: Du solltest immer nachdenken, bevor du einen Link auf Facebook anklickst und zunächst hinterfragen, ob es sich um einen Betrug handeln könnte. Außerdem solltest du niemals ein Video teilen, bevor du es gesehen hast. Denn abgesehen von der Tatsache, dass geschmacklose Menschen mit solchen Mitteln Geld verdienen, können auch ganz andere Gefahren lauern.

So gab es beispielsweise schon Fälle, wo Betrüger ähnliche Tricks angewendet haben, um auf den Computern der Opfer Malware zu installieren oder Nutzer für kostenpflichtige Premium-Dienste zu registrieren. Und am schlimmsten ist: Du setzt nicht nur dich selbst der Gefahr aus, sondern auch alle Freunde und Bekannte, die aufgrund deines Beitrags den gleichen Fehler begehen.

Autor Graham Cluley, We Live Security