Hacker öffnen Türen des Tesla Model S während der Fahrt

Zwei Studenten der chinesischen Zhejiang Universität haben ein Tesla Model S ferngesteuert gehackt. Dabei haben Sie laut einem Bericht von Ubergizmo die Kontrolle über Autotüren, Schiebedach, Scheinwerfer und Hupe erlangt und diese während voller Fahrt kontrolliert.

Der Hack fand im Zuge eines Wettbewerbs bei der Informations- und Sicherheitskonferenz Syscan in Peking statt, wo der kalifornische Autohersteller Tesla offiziell zur Zielscheibe erklärt wurde. Bei dem Model S handelt es sich um eine elektronische Luxus-Limousine, die schon früher aufgrund der Integration von Computerkomponenten und App-basierten Funktionen Thema von Sicherheitsuntersuchungen war. Wie genau der Hack funktionierte, wurde bislang noch nicht bekannt gegeben.

Den beiden Studenten hat dieser Hack ein stolzes Preisgeld von 10.000 Dollar eingebracht, das vom chinesischen Sicherheitsunternehmen Qihoo 360 gesponsert wurde. Tesla selbst hatte den Wettbewerb nicht direkt unterstützt, begrüßte aber, dass das Exploit in einer sicheren Umgebung von Wissenschaftlern entdeckt wurde. In einer Stellungnahme erklärte das Unternehmen: „Wir versichern all unseren Kunden, dass unsere Sicherheits- und Entwicklerteams bereits an einem Update dieses Problems arbeiten.“

Es ist nicht das erste Mal, dass ein Auto gehackt wurde. Schon 2013 war es zwei Forschern bei der DefCon Conference gelungen, die Kontrolle über zwei Automodelle von Toyota und Ford zu übernehmen. Im Gegensatz zum ferngesteuerten Hack der chinesischen Studenten hatten die beiden Forscher jedoch einen physikalischen Zugang zu den Fahrzeugen und haben die Manipulation über einen Laptop durchgeführt.

Neue Angriffsziele für böswillige Hacker?

Bereits letztes Jahr warnte Senator Edward J. Markey aus Massachusetts in einem offenen Brief an 20 der größten Autohersteller vor dem Gebrauch drahtloser Technologien und elektronischer Kontrollgeräte in Automobilen. Der offene Brief entfachte eine hitzige Diskussion, bei der Market Oracle herausstellte, dass ein durchschnittliches Familienauto 100 Millionen Zeilen an Computer Code beinhalte und die Software laut Forschern der Universität von Wisconsin-Madison bis zu 40% der Kosten des Fahrzeuges ausmacht.

Zwar wollen wir den Teufel nicht an die Wand malen, aber es ist nicht von der Hand zu weisen, dass die zunehmende Digitalisierung von Autos auch eine steigende Gefahr von Hacker-Angriffen mit sich bringt. Autohersteller sind deshalb in der Pflicht, in Bezug auf die Sicherheit ihrer Systeme besonders sorgsam zu sein, damit das Autofahren nicht noch gefährlicher wird, als es sowieso schon ist.

Autor , We Live Security

  • blitzzcar

    Die Türen wurden nicht „geöffnet“, sie wurden natürlich bloß entsperrt. Aber diese feine Nuance ist diesem Portal egal, schließlich bringt die reisserische Headline ein Mehr an Clickrate.