Abzocke durch In-App-Käufe: Wie Sie Ihre Kinder davor bewahren können

Glitzernde Edelsteine reizen nahezu jedes Kind! Kein Wunder also, dass sich viele Knirpse auf diese In-App-Abzocke einließen und in dem Spiel My Little Pony einen „Berg“ davon kauften – für schlappe 100$. Dies ist eines der heimtückischsten Beispiele für einen auf Kinder ausgerichteten In-App-Kauf, mit dem Anbieter das mangelnde Bewusstsein der Sprösslinge ausnutzen, um Geld zu machen.

Auch vom britischen Office for Fair Traiding wird dieser Vorfall als besonders schlimme App-Abzocke beschrieben – leider handelt es sich nicht um eine Ausnahme: Der derzeitige iOS-Hit Hearthstone bietet den Spielern magische Karten zum Preis von bis zu 35$ an. Eltern, die Ihren Sprösslingen ein iPhone oder iPad überlassen, riskieren also, dass die Kinder diese Objekte kaufen – oftmals ohne sich wirklich über die Konsequenzen bewusst zu sein – und damit für eine kleine Überraschung in Form einer Rechnung sorgen. In manchen Fällen erstattet Apple das Geld zurück, aber nicht immer. Deshalb ist der beste Ansatz, sich selbst zu schützen.

Klar ist, dass diese Art von Geldmacherei so schnell nicht verschwinden wird. Das Modell, bei dem Spiele viel Geld kosten, ist längst veraltet – schließlich gehört zu einer guten App, dass sie günstig, am besten sogar kostenlos ist. Und bei der Masse an Auswahl geraten Anbieter schnell mal in Zugzwang.

Das neue, sogenannte „freemium“-Modell, hinter dem die Grundidee steckt, dass das Spiel selbst kostenlos ist, man aber für bestimmte Extras Geld bezahlen muss, ist hier die Lösung und vom Ansatz her grundsätzlich nicht schlecht. Problematisch wird es aber, wenn die Extras auch Minderjährigen angeboten werden, die oftmals gar nicht wissen, was Ihnen da vorgesetzt wird – und mit welchen Folgen.

In-App Käufe: Gekommen um zu bleiben

Das Problem wird so schnell nicht verschwinden, aber es gibt einige Dinge, die Sie selbst tun können, um zu verhindern, dass Ihre Kinder Geld für solche Spiel-Extras ausgeben – ob nun ausversehen oder bewusst. Die neue iOS-Version hat die Schutzmöglichkeiten verbessert, sodass Eltern keine bösen Überraschungen mehr erleben müssen.

Für sehr junge Kinder genügt es, das Gerät in den Flight-Modus zu setzen, sodass alle Drahtlosverbindungen deaktiviert sind. Dadurch können sowohl Einkäufe als auch die Verbindung mit dem Internet verhindert werden. Sind Ihre Kinder aber älter als zwei oder drei Jahre, sind etwas gewitztere Methoden nötig.

Nutzer von Apple-Geräten öffnen die Einstellungen, wählen Allgemein und dann das Menü Einschränkungen. Hier werden Sie aufgefordert einen PIN festzulegen. Mit der Einschränkung können Sie neben der Installation von Apps und In-App-Käufen auch den Zugriff auf andere Stores wie iTunes oder iBook und zum Internet einschränken.

Die PIN sollten Sie sich auf jeden Fall einprägen, denn Apple warnt: „Wenn Sie den Code für Ihre Einschränkungen verlieren oder vergessen, müssen Sie Ihr Gerät auf die Werkeinstellungen zurücksetzen, um den Code zu entfernen.“

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Select General, then Restrictions (bottom right)

Bei iOS 7 haben Eltern nun die Möglichkeit, den Zugriff auf bestimmte Inhalte dem Alter entsprechend einzuschränken. So können Sie Ihren Kindern beispielsweise erlauben, Filme mit Altersbegrenzung zu schauen und Musik mit anzüglichen Inhalten sperren.

You can restrict access to apps such as Safari as well as downloading apps

You can restrict access to apps such as Safari as well as downloading apps

Mit der Option Kennwort erforderlich, die ebenfalls in dem Menü Einschränkungen zu finden ist, können Eltern eine der Hauptfallen umgehen – das 15 Minuten lange Zeitfenster nach der Passworteingabe, bei dem das Passwort für weitere Einkäufe nicht erfordert wird. Damit haben die Kinder genügend Zeit, wie wild neue Levels, Charaktere und virtuelles Geld zu kaufen. Das können Sie umgehen, indem Sie unter Kennwort erforderlich die Option Sofort wählen.

Die wichtigste Regel ist allerdings, an den Aktivitäten der Kinder teilzuhaben. Sie sind bei Angry Birds vielleicht nicht so gut wie Ihre Sprösslinge, aber Sie sollten sich dennoch mit dem auseinandersetzen, was sie tun.

Wenn Kinder älter werden, ist die beste Lösung ein eigener iTunes-Account. Hierbei können Sie ein Taschengeld festlegen, das Ihre Kinder monatlich ausgeben können. Hierfür müssen Sie eine Apple-ID mit einer zulässigen Zahlmethode erstellen. Weitere Details dazu finden Sie unter folgendem Link: http://support.apple.com/kb/ht2105?viewlocale=de_DE

Kindern das Spielen zu verbieten, ist keine gute Idee. Vielleicht ermutigt sie das, online nach Raubkopien zu suchen, was immer die Gefahr einer Malwareinfizierung birgt. Und diese kann Ihr Bankkonto schneller leeren als jeder In-App-Kauf.

Autor , We Live Security